Oakland
Anti-Wall-Street-Demonstrant schwer verletzt

Bei einem Polizeieinsatz gegen die „Occupy Wall Street“-Bewegung im kalifornischen Oakland ist ein Irak-Veteran schwer verletzt worden. Der Man erlitt einen Schädelbruch und wird künstlich beatmet.
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OaklandNach dem massiven Vorgehen der US-Polizei gegen die „Occupy Wall Street“-Bewegung im kalifornischen Oakland ringen die Ärzte um das Leben eines schwer verletzten Irak-Veteranen. Scott Olsen befinde sich weiterhin in kritischem Zustand, bestätigte ein Krankenhaussprecher in der Nacht zum Donnerstag. Der 24-Jährige wurde nach Angaben der Protestveranstalter am Dienstag von einem Tränengasbehälter am Kopf getroffen, den die Polizisten auf die Demonstranten gefeuert hätten, um sie vom zuvor geräumten Frank-Ogawa-Plaza fernzuhalten. Olsen habe einen Schädelbruch und eine Gehirnschwellung erlitten und werde künstlich beatmet, sagte Keith Shannon, der mit seinem Freund im Irak gedient hatte.

Die Polizei von Oakland räumte ein, Tränengas und sogenannte „bean-bag“-Geschosse gegen die Demonstranten eingesetzt zu haben. Sie wollte sich jedoch nicht dazu äußern, wie Olsen verletzt wurde. Der Vorfall werde untersucht.

Am Dienstag hatte die Polizei zunächst kurz vor Morgengrauen den Frank-Ogawa-Plaza geräumt, wo Mitglieder der Anti-Wall-Street-Bewegung seit mehreren Wochen ein Protestcamp aufgeschlagen hatten. 85 Occupy-Aktivisten wurden festgenommen.

Am Abend eskalierte die Gewalt, als die Polizei versuchte, die Demonstranten an einer Rückkehr auf den Platz zu hindern. Olsen sei gegen 23.00 Uhr ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagten Freunde des Verletzten. Es sei schon ironisch, dass jemand, der zwei Mal im Irak im Einsatz gewesen sei, nun durch die Polizei von Oakland ernsthaft verletzt worden sei, sagte Adele Carpenter in einem Telefonat mit Reuters, das sie vom Wartesaal des Krankenhauses aus führte.

Olsen arbeitet nach Angaben seiner Bekannten als Software-System-Administrator. Es dürfte der bislang schwerwiegendste Vorfall bei einer der Protestveranstaltungen gegen das Finanzsystem sein, die im vergangenen Monat in New York begannen und inzwischen auch in zahlreichen anderen Städten in den USA und Europa stattfanden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Oakland: Anti-Wall-Street-Demonstrant schwer verletzt"

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  • Ich frage mich vom ersten tag dieser Proteste an, was man damit erreichen will .

    Für eine Volks/Marktwirtschaft ist es einer der sensibelsten punkte wenn man das Fiskal und Finanzsystem zu knebeln versucht .

    Sogar in der Arabisch /Islamischen Welt geht es nicht ohne Banken die mit Gewinn wirtschaften .

    Sie fordern : weniger Macht den Banken .
    Genauso gut können sie fordern : Freiheit für Grönland, weg mit den Eisbergen !!!

  • na. das zeigt doch wieder, wie krank diese gesellschaft geworden ist. irgendwann wirds schneller laufen wie im august in gb. dort war auch zuerst gewalt durch polizei der auslöser. nur ausbaden tuns wieder mal nur die bürger im mittelstand. denn wenn die chaoten nicht in die nähe der banken kommen, werden sie sich halt opfer aussuchen, die nicht so schnell geschützt werden können. hat man ja alles gesehen, siehe gb :-/

  • Und das Lieber @ Philipp,ist nicht meine persönliche Meinung !!!

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