OB Ude will klagen
Bayern hält am Bau der Transrapid-Strecke fest

Der Freistaat Bayern will trotz des angekündigten Widerstandes der Stadt München ab 2005 eine Transrapid-Strecke von der Innenstadt zum Flughafen bauen. „An Bayern wird das Projekt nicht scheitern“, sagte Stefan Schell, Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums, am Montag in München.

Reuters MÜNCHEN. Eine vom Münchener Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) angekündigte Klage gegen den Transrapid wird nach Schells Angaben die Schnellbahn nicht verhindern. Ude sei anfangs auch gegen andere große Infrastrukturprojekte wie den Bau der Messe oder des Olympiastadiums gewesen, habe diesen Widerstand später aber aufgegeben. Eine Sprecherin des Planungsreferats der Stadt München sagte, eine Klage sei erst möglich, wenn der Planungsfeststellungsbeschluss vorliege. Sie rechnete damit im Herbst.

Das Aus für die Magnetschnellbahn in NRW könnte dem bayerischen Projekt nutzen, weil die dort geplante Strecke nun die einzige potenzielle Referenzstrecke für die Technologie sei, sagte Schell. Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) verstehe sich sehr gut mit Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und könne sich vorstellen, nach dem Scheitern in NRW mehr Geld für den Transrapid in Bayern zu bekommen. Der in NRW Metrorapid genannte Zug, der die Städte Dortmund und Düsseldorf verbinden sollte, war auch ein Streitpunkt in der zeitweilig in Frage stehenden rot-grünen Koalition in NRW. Vor kurzem hatte das Land das Projekt dann mit Verweis auf eine unsichere Finanzierung aufgegeben. Ude hatte auf der Internetseite der Stadt München geschrieben, die gleichen Gründe, die zum Verzicht auf den Transrapid in NRW geführt hätten, gälten auch für München.

Eine Referenzstrecke in Deutschland ist für den Export des Transrapid von großer Bedeutung. Ein Sprecher des Konzerns Thyssen Krupp, der den Transrapid zusammen mit Siemens entwickelt und baut, hatte es mit Blick vor allem auf die chinesischen Absatzchancen als großes Handicap bezeichnet, dass sich Deutschland mit einer eigenen Strecke so schwer tut. Eine erste Transrapid-Strecke im Großraum Schanghai soll Anfang 2004 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

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