Ob-Wahl Stuttgart
Werbeprofi oder Politfuchs?

Das Rennen um den Oberbürgermeister-Posten in Stuttgart ist jetzt doch ein klassischer Lagerwahlkampf: Grüne und SPD unterstützen den Politfuchs Fritz Kuhn, CDU und FDP den Werbeprofi Sebastian Turner.
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StuttgartShowdown in Stuttgart: An diesem Sonntag sind rund 415 000 Wahlberechtigte in der baden-württembergischen Landeshauptstadt aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Der langjährige Grünen-Politiker Fritz Kuhn geht als Favorit ins Rennen. Er hatte beim ersten Wahlgang am 7. Oktober knapp die Nase vor dem von CDU, FDP und Freien Wählern getragenen Kandidaten Sebastian Turner (parteilos). Gewinnt Kuhn auch den zweiten Wahlgang, wäre er das erste grüne Stadtoberhaupt in einer Landeshauptstadt.

Es treten neun Kandidaten an, nachdem kein Bewerber im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erreicht hat. Im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit für den Sieg. Die Chancen für Kuhn stehen gut. Die von der SPD aufgestellte Kandidatin Bettina Wilhelm (parteilos), die vor zwei Wochen auf den dritten Platz gekommen war, zog ihre Kandidatur zurück - die Sozialdemokraten unterstützen nun ebenfalls Kuhn. Auch der Gegner des Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, Hannes Rockenbauch, tritt nicht wieder an, so dass es den Grünen gelingen könnte, die Stimmen im linken Lager auf sich zu vereinen.

Für Fritz Kuhn wäre es eine Heimkehr: Er gehörte vor mehr als 32 Jahren zu den Gründungsmitgliedern der Grünen in Baden-Württemberg. Vor rund zwölf Jahren verließ der Grünen-Realo Stuttgart, um in der Bundespolitik Karriere zu machen. Kuhn war Parteichef der Bundes-Grünen und Fraktionschef im Bundestag. Nun will der 57-Jährige seine politische Karriere im Südwesten krönen - und erster grüner Oberbürgermeister in einer Landeshauptstadt werden.

Kuhn studierte Philosophie und Germanistik in Tübingen und München. Er gilt als Vordenker des Realo-Flügels seiner Partei. Auf die Frage, ob ein Intellektueller zum Stuttgarter OB-Posten passe, antwortete Kuhn: „Wenn wir das Wort intellektuell einfach als Nachdenken verstehen, dann ist das eine urschwäbische Eigenschaft.“

Seine Vision für Stuttgart ist eine Stadt, in der sich Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit verbinden. Auf ein Plakat hat er einen seiner typischen Slogans schreiben lassen: „Mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben.“ Im Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 will er ausgleichen, das Projekt selbst aber kritisch begleiten.

Im Bundestag war es zuletzt ruhig um den 1955 in Bad Mergentheim geborenen Grünen geworden. Den Posten als Vize-Fraktionschef legte er im Frühjahr nieder, um sich auf die OB-Kandidatur konzentrieren können. Kuhn, der nach wie vor ein Bundestagsmandat innehat, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Zu seinen Hobbys sagt er: „Ich treibe regelmäßig Sport (Laufen), lese gerne Romane und koche urschwäbisch und italienisch - am liebsten Kässpätzle und Risotto.“

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Der Unternehmer Sebastian Turner

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  • Wenn's für Ihre Wahlentscheidung gegen den fachlich unfähigen Huhn hilft:

    Basis ist die EU-Verordnung vom 30.11.11 unter Anwendung der folgenden Auftragsschwellen für öffentliche Aufträge per Änderung der Vergabeverordnung mit Wirkung vom 22.03.2012 deutschlandweit in Kraft getreten:
    Bauaufträge nach VOB/A 5.000.000 Euro, Liefer- und Dienstleistungsaufträge nach VOL/A und VOF 200.000 Euro
    für Sektorenauftraggeber 400.000 Euro

    Unterhalb dieser Grenzen darf also jedermann " 100%Kommunal" sein...... Ansonsten bitte bei denjenigen bedanken, die unter dem Hinweis auf die für Deutschland so segens- und friedensreiche EU deutsche Steuergelder so gerne in die Hand der brüsseler Bürokraten legen.

    Das hat wohl kaum etwas mit Neoliberalismus zu tun !

  • Auch die Themen Euro-Krise und Stadtwerke werden hauptsächlich vom OB-Kandidaten Jens Loewe thematisiert.

    - ESM und Fiskalpakt haben insofern etwas mit der OB-Wahl zu tun, als dass die Milliarden-Schulden und durch den ESM verursachte Krisen auf die Kommunen durchschlagen werden. Und weil hier besonders die Haltung der Kandidaten zu Verfassung und Rechtsstaat deutlich wird. Noch während des Wahlkampfs, im September 2012, wurde der ESM von den Parteien der "Mitte" in Bundestag und Bundesrat durchgewunken. Damit wird wirtschaftliches Handeln der ESM Banker im Milliardenbereich (neben ungezählten anderen Problemen) der rechtlichen Überprüfbarkeit entzogen (ESM-Vertrag) und bedeutet damit, so der Deutsche Richterbund, einen Ausstieg aus dem Rechtsstaat.

    Weder die Parteien, die zugestimmt haben, noch deren Kandidaten haben offensichtlich ein Problem mit dieser Art von Staatsstreich und feiern sich noch als Krisen-Bekämpfer.
    http://www.drb.de/cms/index.php?id=783&L=0&no_cache=1&sword_list[0]=esm

    - Stadtwerke. Die Parteien der "Mitte" wiederholen gebetsmühlenartig, dass sie für ,,100% kommunal seien", weil dies bei den Wählern gut ankommt. Gleichzeitig haben Sie aber im Stuttgarter Gemeinderat für eine europaweite Ausschreibung im Wettbewerb gestimmt, täuschen damit die Wähler und nehmen damit in Kauf, dass die Selbstverwaltungsgarantie, wie sie in Art. 28.2. GG als eine Säule unserer Verfassung festgeschrieben ist, unterlaufen wird. Die Kandidaten berufen sich dabei (fälschlicherweise) auf EU-Recht, benennen aber keine Quellen.

    Da in Deutschland tausende Von Konzessionen in der nächsten Zeit auslaufen, hat der Streit "Selbstverwaltungsgarantie versus Ausschreibungspflicht" eine enorme Bedeutung, was den Kandidaten bekannt ist. Weil jedoch die Parteien der "Mitte" die Grundversorgung generell in einen neoliberalen Verwertungskreislauf (Privatisierung) zwingen wollen, nehmen sie die Täuschung in Kauf.

  • Der Turner ist doch eine politische exponierte Person. Sein Schwiegervater ist der Wolfgang Schäuble in Berlin! --Es ist keine Lüge--

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