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08.11.2008 
Afghanistan

Obama: Kein stärkeres Engagement gefordert

Barack Obama ist mit dem Einsatz Deutschlands in Afghanistan zufrieden. Das sagte der designierte US-Präsident zu Frank-Walter Steinmeier. In einem Interview tritt Steinmeier Befürchtungen entgegen, dass die USA in Zukunft ein stärkeres deutsches Militärengagement in Afghanistan fordern. Fraktionschef Struck sieht das anders.

Ein deutscher Soldat bei einer Patrouille in Afghanistan. Foto: dpaLupe

Ein deutscher Soldat bei einer Patrouille in Afghanistan. Foto: dpa

HB BERLIN. Obama hat ihm gesagt, dass er den deutschen Beitrag sehr schätze, sagte Steinmeier in einem Interview des „Hamburger Abendblatts“ vom Samstag. Wichtiger sei noch, dass Obama sich dafür ausgesprochen habe, nicht nur Soldaten zu schicken, sondern vor allem auch mehr zu tun für den Wiederaufbau des Landes.

„Wir sind hier sehr nah bei Obama“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. Zudem stelle Deutschland das drittstärkste Kontingent in Afghanistan und habe es gerade erst um 1000 Mann aufgestockt.

SPD-Fraktionschef Peter Struck ist anderer Meinung. Er gehe davon aus, dass Obama von der Nato und den Europäern mehr verlangen werde als bisher. „Es gibt Grenzen“, sagte der ehemalige Verteidigungsminister der „Bild am Sonntag“. „Wir schicken jetzt schon 1000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan, sind bereit, AWACS-Frühwarnflugzeuge mit deutscher Besatzung bereitzustellen.“ Dass die Bundeswehr auf Drängen Obamas auch im Süden Afghanistans eingesetzt werden könnte, wies Struck zurück: „Ich würde mich entschieden dagegen wehren. Daran ändert auch die Wahl Obamas nichts.“

Mitte Oktober hatte der Bundestag den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der von der Nato geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf verlängert und die Mandatsobergrenze um 1000 auf 4500 Soldaten erhöht. Seit Beginn des Einsatzes Anfang 2002 sind 30 deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

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