Obduktionsbericht liegt vor
Möllemann: Es war wohl Selbstmord

Der ehemalige FDP-Spitzenpolitiker Jürgen Möllemann hat sich dem Obduktionsbefund zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst getötet. Den Verletzungen nach war Möllemann bei seinem Fallschirmsprung am 5. Juni bis zum Aufschlag bei Bewusstsein und absichtlich in der stabilen Freifaller-Position der Fallschirmspringer, bestätigte die Staatsanwaltschaft in Essen am Dienstag auf Anfrage.

HB/dpa ESSEN. Ein Fremdverschulden hatten die Gerichtsmediziner bereits ausgeschlossen. Hinweise auf technisches Versagen des Fallschirmsystems fanden sich bislang ebenfalls nicht.

„Die Leiche wies nur auf der Vorderseite Verletzungen auf“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Reinicke. Dies sei „mit höchster Wahrscheinlichkeit“ nur dann möglich, wenn Möllemann bewusst die so genannte stabile „X-Position“ eingenommen habe. Dies decke sich auch mit den Zeugenaussagen der Sprungkameraden. „Wäre er ohnmächtig geworden und ins Trudeln geraten, hätte er eigentlich anders aufschlagen müssen“, sagte der Oberstaatsanwalt.

Den Untersuchungen zufolge hatten der abgelöste Hauptschirm ebenso wie der Reserveschirm keinen technischen Defekt. Ungeklärt ist laut Reinicke weiterhin, ob die Öffnungsautomatik des Schirms „Cypres“ ausgeschaltet war. Er widersprach damit einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“. Die Zeitung hatte am Dienstag geschrieben, Analysen des Herstellers Airtec und des Gutachters hätten eindeutig ergeben, dass das „Cypres“-System nicht aktiviert gewesen sei. Reinicke sagte dazu: „Die entsprechenden Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Dazu kann voraussichtlich erst in einigen Wochen eine abschließende Aussage getroffen werden, wenn der Sachverständige alle Daten ausgewertet hat.“

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