OECD-Bildungsbericht
Deutschland verliert bei Bildung an Boden

Der Bildungsvergleich der OECD lässt Deutschland wieder einmal schlecht aussehen. Zwar hat sich das Bildungssystem weiter verbessert. Doch im Vergleich zu anderen Staaten fährt Deutschland im Kriechgang und verliert weiter an Boden.

HB BERLIN. In Deutschland „geht es aufwärts, es geht aber in vielen anderen Ländern deutlich schneller aufwärts“, sagte der Bildungsexperte der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), Andreas Schleicher, bei der Vorstellung der Studie „Bildung auf einen Blick“ am Dienstag in Berlin. Nach einem Stillstand in den 80er- und 90er Jahren habe es „in vielen Bereichen eine Trendwende“ gegeben.

So gebe es mehr Studenten und eine überdurchschnittliche finanzielle Förderung sowohl der Studenten durch die Bafög-Reform als auch der universitären Forschung. Die Nachfrage nach Menschen mit Hochschulabschluss wachse jedoch „deutlich schneller“ als die Zahl der Absolventen, sagte Schleicher. Der OECD-Bildungsbericht hebt zudem positiv die neuen Ganztagsschulen hervor. Beklagt werden hingegen die im Vergleich zu anderen Industrienationen nach wie vor zu wenigen Abiturienten.

Während in Deutschland von 100 jungen Menschen 35 ihre Schule mit Hochschulreife verlassen, sind dies im Schnitt der OECD-Staaten 54. Ein Mangel an jungen Menschen mit Studienberechtigung begrenze auf Dauer wirtschaftliches Wachstum, sagte Schleicher.

Als einen Erfolg wertete Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, dass im Jahr 2003 laut der Studie 36 % eines Jahrganges ein Studium begonnen hätten. 1998 lag diese Zahl demnach noch bei 28 %. „Die Bildungschancen sind für alle in Deutschland so groß wie nie“, sagte die SPD-Politikerin. Der OECD-Experte Schleicher verwies jedoch darauf, dass die Studenten zu selten auch die auf dem Arbeitsmarkt gesuchten Fachrichtungen wählten: „Da sind die Defizite erkennbar“, sagte Schleicher.

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