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OECD-Bildungsbericht: Wirtschaft drängt auf Bildungs-Reformen

exklusiv Anlässlich des alarmierenden Bildungsberichts der OECD fordern die Arbeitgeber und der DIHK schnell mehr Anstrengungen von der Politik. "Die Ergebnisse zeigen, daß wir in Deutschland dringend eine Gesamtstrategie brauchen, die die Qualität der Bildung in allen Bereichen verbessert", sagte Gerhard Braun, Vizepräsident der BDA und Vorsitzender des BDA/BDI-Fachausschusses Bildung, Berufliche Bildung dem Handelsblatt.

Quelle: dpa
Quelle: dpa

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Der Fachkräftemangel an Ingenieuren, Naturwissenschaftlern, Informatikern und Technikern "ist bereits zur gefährlichen Innovations- und Wachstumsbremse geworden", fügte er hinzu. "Nur mit erstklassigen, leistungs- und wettbewerbsorientierten Schulen und Hochschulen werden wir die Wende schaffen. Mit ihrer Initiative zur Stärkung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer leistet die Wirtschaft hier aktive Unterstützung".

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Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, fordert von Bund und Ländern, sie sollen auf dem Bildungsgipfel im Oktober "unbedingt verbindlich eine Flexibilisierung des Hochschulzugangs verbindlich vereinbaren". Nur mehr Durchlässigkeit zwischen Berufsausbildung und Studium könne den Mangel an Absolventen in Naturwissenschaft und Technik mindern.

"Wir brauchen mehr junge Menschen, die nach einer beruflichen Aus- oder Weiterbildung auch ohne Abitur zum Studium zugelassen werden ", sagte er dem Handelsblatt. "In Ländern wie Finnland und Frankreich ist das längst üblich. Denn nur so erreichen diese Länder ihre hohen Hochschulabsolventenquoten ."

Deutsches Bildungssystem versagt

Die Zahl der Akademiker steigt zu langsam, es fehlt in der Wirtschaft allerorten an Ingenieuren und Naturwissenschaftlern, für Bildung steht einfach zu wenig Geld bereit – in ihrem aktuellen Bericht stellt die OECD Deutschland ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Die Organisation der führenden Industrienationen sieht keinerlei Aufwärtstrend, sondern im Gegenteil eine weitere Verschlechterung der Lage.

Danach investieren viele andere Nationen massiv in die Bildung – Deutschland aber spart und fällt im internationalen Vergleich immer weiter zurück. So lässt sich das zentrale Ergebnis der neuen Studie „Bildung auf einen Blick“ zusammenfassen. Insbesondere der Mangel an Hochqualifizierten „gefährdet zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“, warnt die OECD.

Tatsächlich lesen sich die Zahlen alarmierend: 1995 gab Deutschland noch 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung aus, zehn Jahre später waren es nur noch 5,1 Prozent – und das nach all den Beteuerungen von Politikern jeglicher Couleur, die schon seit Jahren und vor allem nach dem Pisa-Schock versprechen, mehr Geld für Bildung bereitzustellen.

Deutschland liegt mit dem Wert von 5,1 Prozent auf dem viertletzten Platz unter 27 Nationen, noch hinter Ländern wie der Slowakei, Ungarn und Tschechien. Im Mittel weisen die OECD-Staaten eine Notierung von 6,1 Prozent auf.

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