OECD-Studie
Bildungsnation steigt immer weiter ab

Deutschland hat bei der Ausbildung von Hochqualifizierten den Anschluss an die anderen OECD-Staaten verloren. Laut Bildungsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung riskiert die Bundesrepublik seine Zukunft als eine der führenden Industrienationen. Selbst Entwicklungsländer hätten ihr Bildungssystem besser organisiert.

HB BERLIN. Nach der am heutigen Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie „Bildung auf einen Blick“ bleibt der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen eines Altersjahrgangs in Deutschland weit unter dem OECD-Durchschnitt. Deutschland konnte den Anteil der Absolventen zwischen 2000 und 2004 zwar von 19,3 auf 20,6 Prozent steigern. Die meisten OECD-Länder machten aber weit größere Fortschritte:

Im Durchschnitt können inzwischen 36,8 Prozent eines Altersjahrgangs einen Abschluss im tertiären Bereich des Bildungswesens vorweisen. Lediglich Tschechien, Österreich und die Türkei bilden weniger Akademiker pro Jahrgang aus als Deutschland.

„Wenn man berücksichtigt, dass künftig geburtenschwache Jahrgänge die Schule verlassen, wird Deutschland den steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften so nicht befriedigen können“, warnte der OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher bei der Vorstellung des Berichts.

Der Anteil der deutschen Uni-Absolventen an der Gesamtzahl der Absolventen im OECD-Raum sei seit dem Jahr 2000 bereits von 6,8 auf 5,7 Prozent zurückgegangen. Bei linearer Fortschreibung dieser Entwicklungen werde sich für Deutschland bis 2014 ein weiterer Rückgang des „OECD-Marktanteils“ an den 35- bis 44-jährigen Personen mit Spitzenqualifikationen auf 3,6 Prozent ergeben. Nur für die USA werde ein noch größerer Rückgang erwartet.

Nicht nur das Hochschulsystem, auch das deutsche Bildungssystem insgesamt fällt im internationalen Vergleich der 30 wichtigsten Industrienationen weiter zurück. Angesichts der weltweit wachsenden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt bilde Deutschland nach wie vor zu wenig Abiturienten aus. Auch würden in Deutschland viel zu wenig Beschäftigte regelmäßig weitergebildet.

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