Öffentliche Haushalte
Bildungsausgaben auf Rekordniveau

Die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft sind auf 265 Milliarden Euro gestiegen. Ein Großteil stammt aus Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden. Bildungsgewerkschafter und Grüne fordern jedoch mehr.

Wiesbaden/BerlinIn Deutschland sind 2014 für Bildung, Forschung und Wissenschaft 265,5 Milliarden Euro ausgegeben worden – so viel wie nie zuvor. Im Vergleich zum Jahr davor stieg der Betrag um 3,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag auf der Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe unverändert 9,1 Prozent betragen – überwiegend kam das Geld aus öffentlichen Kassen.

Der größte Teil der Bildungsausgaben floss 2014 in Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen, Hochschulen und in die duale Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen. Dafür wurden rund 151,7 Milliarden Euro ausgegeben, 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Rest wurde für Bildungsförderung, Weiterbildung, Jugendarbeit, Horte oder private Forschung, wissenschaftliche Museen und Bibliotheken aufgewendet.

Aus den Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden kam das meiste Geld – eine genaue Aufteilung gibt es dazu für 2014 aber noch nicht. 2013 hatten die öffentlichen Haushalte nach Angaben der Statistiker rund 64 Prozent der Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft finanziert. Ein gutes Drittel (35 Prozent) kam aus privaten Quellen wie Unternehmen und Organisationen, der Rest aus dem Ausland.

Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind aber deutlich mehr Anstrengungen notwendig. Für ein zukunftsfähiges Bildungswesen müsse die öffentliche Hand nach dem Ergebnis einer von der GEW in Auftrag gegebenen Studie zusätzlich gut 55 Milliarden Euro bereitstellen – etwa für den Ausbau von Kitas, Ganztagsschulen und Hochschulen. Allein der zusätzliche Finanzbedarf des Bildungswesens für die Integration der Flüchtlinge liege bei 4,2 Milliarden Euro.

Der Grünen-Experte im Bundestag, Kai Gehring, kritisierte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur die schwarz-rote Bundesregierung: „Dass Deutschland bei 2,9 Prozent am BIP für Forschung und Entwicklung verharrt, ist ein Armutszeugnis. Wir hätten die 3 Prozent laut Vorgabe bereits 2010 erreichen müssen. Jetzt haben wir 2016 und das Ziel immer noch nicht erreicht – als größte Industrie- oder auch Wissensnation, die wir sein wollen.“

Die Grünen forderten „seit vielen Jahren“ wie die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), ein Beratergremium der Regierung, „dass 3,5 Prozent erreicht werden müssen“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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