Öffentlicher Dienst
Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Lohn in den Ländern

Verdi und der Beamtenbund wollen für die Beschäftigten der Länder 6,5 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Verdi will die Forderung für drei Millionen Arbeitnehmer geltend machen. Die Tarifverhandlungen starten im Januar.
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BerlinDie Gewerkschaften wollen im kommenden Jahr für rund eine Million Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst der Länder Lohnerhöhungen um 6,5 Prozent durchsetzen. Dies beschlossen die Tarifkommissionen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sowie des Beamtenbundes (dbb) am Dienstag in Berlin, wie Verdi-Chef Frank Bsirske mitteilte. Die Laufzeit des Tarifvertrages solle zwölf Monate nicht überschreiten. Das Ergebnis soll zeit- und inhaltsgleich auf die 1,2 Millionen Beamten der Länder sowie 650.000 Pensionäre von Ländern und Kommunen übertragen werden. Damit wird laut Verdi über die Bezüge für drei Millionen Menschen verhandelt.

Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der Länder, der nur Hessen nicht angehört, sollen am 31. Januar 2013 beginnen. Laut Bsirske sind bereits weitere Verhandlungsrunden für Februar und Mitte März vereinbart. „Wir haben uns heute dazu entschlossen, eine Entgeltforderung in Höhe von 6,5 Prozent mit einer sozialen Komponente zu erheben", sagte Bsirske.

Der Gehaltsrückstand in den Ländern auf wichtige Branchen der Wirtschaft sei in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Dies sei nicht länger hinnehmbar, zumal in den kommenden zehn Jahren etwa ein Viertel der Beschäftigten bei den Ländern altersbedingt ausscheide. Zudem wolle Verdi einen Beitrag zur Stabilisierung der Konjunktur leisten.

Der dbb-Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt warnte vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Länder müssten bei der Bezahlung Anschluss an Bund und Kommunen halten.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • vielleicht sollten meine Verwandten ihre Mitarbeiter einfach verbeamten und so ihre Sozialabgaben auch kürzen oder nach hinten verschieben.

    natürlich solllen die Leute in den Behörden auch Lohnsteigerungen erhalten, um steigende Kosten zu decken. Aber auch hier ist fraglich, warum nichtselektiv immer an alle prozentual, wobei höhere Gehälter übervorteilt werden? Die niedrigen Gehälter muss man erhöhen, da es hier bereits wohngeldempfänger und Aufstocker gibt, v.a. bei alleinerziehenden Müttern. Von daher wären Festbeträge ggf. besser als eine prozentuale Erhöhung um lumpige 2%, bei denen eine alleinerziehende Mutter in unterer Tarifgruppe dann gerade mal 6 Euro bekommt, jmd. im höheren Dienst aber 160 Euro.

    auf so eine simple Idee, mehr nach sozialen Kriterien die Löhne steigen zu lassen, kommt aber auch keiner mehr. Es ist wie mit der Riester/Rüruprente bei Beamten. Ein Beamter höherer Dienst mit hoher Pension inkl. Betriebsrente braucht keine zustzliche Subvention. Bei denen sind Studienzeiten noch voll berücksichtigt, die Pension ist 8 bis 15% über den Renten mit Betriebszusatzrenten. Was solll diese Übervorteilung?

    und selbst viele leute im ÖD finden dieses Mehrklassensystem dort total rückständig, weil das einfach ein merkwürdiges System nach Zufallsprinzip ist, ob jmd. Angestellter oder Beamter ist. In vielen Ländern gibts nur für wirklich hoheitliche Dienste Beamte. In DE verbeamtet man um Kosten zu verschieben. Und später fallen die einem dann auf die Füße. Aus den Augen, aus den Sinn.

  • sie müssen unterscheiden zwischen Beamten und Angestellten. Krankenschwestern sind immmer Angestellte. Beamtenkaste ist v.a. im gehobenen und höheren Dienst, Ausnahme Polizei.

    meiner Auffassung nach ist DE beim Staatsdienst im 19. Jahrhundert geblieben mit ihrer komischen Mischkalkulation. Was soll der Beamte im Bauamt oder Umweltamt??? In all diesen Bereichen reichen Angestellte. Auch im höheren Dienst! Nur dort, wo man wirklich wie im Polizeidienst hoheitlich tätig ist und sen Leben riskiert, von mir aus auch bei Soldaten sollte es Beamte geben. Alles andere können auch Angestellte sein wie die besagten Krankenschwestern.

    der ÖD hat aber eine Mischkalkulation. Man kann Kosten aus dem aktuellen Haushalt nach hinten verschieben bei Beamten.

    es ist also ein Mischsystem, um Kosten zu beschönigen. Auch drückt sich der Staat so vor Sozialabgaben. Würde der Staat für alle Arbeitnehmer Sozialabgaben zahlen, könnten für alle anderen evtl. die Beiträge sinken. Vor allem bei Wegfall von Beitragsbemessungsgrenzen wäre es so. Denn die meisten Beamten sind im höheren/geh. Dienst. Ein angestellter Lehrer bekommt jeden Monat ca. 800 Euro weniger -- das ist das Geld, was normalerweise in die Sozialkassen geht. Deshalb wollen die unbedingt verbeamtet werden, weil die diese Sozialabgaben nicht zalen möchten.

    Der Staat macht hier den Sozialabgabendrücker. Meine Verwandtschaft hingegen hat private Firmen: Metallbau und Maschinenbau. Sie müssen für alle Angestellten auch Sozialabgaben zahlen und zahlen Löhne nach Tarif - eine Selbstverständlichkeit für die. Nicht mal ein Zeitarbeiter dabei.

    Wie kann es sein, dass der Staat sich absichtlich davor drückt, was er von den Privatfirmen aber verlangt?

    Der ÖD betätigt sich als Lohndrücker (siehe Berlin Call Center und bundestag) und drückt sich vor Sozialabgaben, die jeder andere Betrieb zahlen muss. Eigentlich hätte der Staat hier Vorbildfunktion, stattdessen halten sich viele Handwerksbetriebe eher daran als der Staat.

  • Nicht 6,5 Prozent sondern Harz IV für alle Staatssäckler das sie auch mal sehen wie gut die Gesetze des Landes sind.

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