Öffentlicher Dienst
Lehrer sind mit Tarifeinigung unzufrieden

Die relativ schnelle Einigung ließ eigentlich auf eine hohe Zufriedenheit aller Beteiligten schließen. Doch die Lehrer trugen den Abschluss im öffentlichen Dienst der Länder nicht mit. Gibt es jetzt neue Streiks?
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DüsseldorfWenn Jens Bullerjahn und Frank Bsirske nicht so gut miteinander könnten, hätten die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder wohl kein einvernehmliches Ende gefunden. Doch dann ging es am Samstag in Potsdam doch noch ganz fix. Rund zwölf Stunden sind in der Endphase von Tarifverhandlungen nicht sonderlich lang.

Mit den Tarifabschlüssen konnten mal wieder beide Seiten leben. 2,1 Prozent zum 1. März 2015, und weitere 2,3 Prozent zum 1. März 2016, kein Einschnitt bei der betrieblichen Altersversorgung bis auf leichte Anhebungen bei den Zusatzbeiträgen. Der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), Bullerjahn, zeigte sich zufrieden. Die Länder müssen nun für 2015 rund 650 Millionen Euro mehr für die Beschäftigten ausgeben und 2016 dann 1,5 Milliarden

Verdi-Chef Bsirske nannte das Ergebnis nicht einfach, aber unterm Strich akzeptabel - wenn da nicht die angestellten Lehrer wären. Die bekommen zwar jetzt auch mehr Geld, aber sie haben dem Abschluss nicht zugestimmt. Sie sind schon wieder mit ihrer Forderung abgeblitzt, genau so viel Geld zu bekommen wie verbeamtete Lehrer. GEW-Verhandlungsführer Andreas Gehrke betonte denn auch, dass sie damit nicht friedenspflichtig seien. Sie können ihre Forderungen also weiter erstreiten und drohten im Anschluss auch recht deutlich damit. Also weiter Lehrerstreiks?

Ganz so einfach ist es nicht. Bsirske sagte den Kollegen von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zwar volle Solidarität zu. Doch streiken müssten sie schon allein. Sie hätten den Kompromiss abgelehnt. Also müssen sie auch die Konsequenzen tragen.

Doch die Sache mit den Erzwingungsstreiks dürfte für die GEW schwierig werden. Sie müssten in jedem einzelnen Land streiken, um ihre Tarifforderungen durchzusetzen. Doch nachhaltig streiken lässt sich nur dort, wo genügend angestellte Lehrer auf die Straßen gehen könnten.

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Bsirske wollte schlichten. Doch das gelang ihm nur bedingt

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