Öffentlicher Dienst steht vor Warnstreiks
Tarifkonflikt eskaliert

Der Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes steht vor einer Eskalation. Direkt nach der heute beginnenden dritten Verhandlungsrunde werden die Gewerkschaften Verdi und DBB Tarifunion voraussichtlich die Weichen für massive Warnstreiks stellen. Damit drohen schon für Ende dieser Woche Arbeitsniederlegungen in Krankenhäusern, im Nahverkehr und bei der Müllabfuhr.

BERLIN. „Wenn es dazu kommt, wird es sehr schnell gehen“, hieß es in Gewerkschaftskreisen. Zudem würden die Aktionen dann so ausfallen, „dass man daraus die gesamte Breite des öffentlichen Dienstes erkennt“.

Die Zuspitzung scheint schon vor den Gesprächen unausweichlich, da beide Tarifparteien Schritte zu einer Annäherung für sich jeweils ausschließen. „Die Arbeitgeber müssen ihr Angebot massiv nachbessern, um eine Eskalation zu verhindern“, sagte DBB-Verhandlungsführer Frank Stöhr dem Handelsblatt. Die Arbeitgeber erteilten dem aber schon vorab eine Absage. „Wir haben vor zwei Wochen ein beachtliches Angebot vorgelegt“, sagte der Chef der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, dem Handelsblatt. Niemand könne erwarten, „dass wir es sofort wieder modifizieren“.

Verdi und DBB fordern für die zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen mindestens acht Prozent mehr Gehalt. Das Arbeitgeber-Angebot vom 24. Januar addiert sich auf fünf Prozent, allerdings würden die Erhöhungen dabei auf zwei Jahre gestreckt und mit einer auf 40 Stunden verlängerten Wochenarbeitszeit gekoppelt. Verdi-Chef Frank Bsirske hatte dies umgehend als „Rosstäuscherei“ und „Provokation“ zurückgewiesen. Heute Nachmittag gehen die Verhandlungen in Potsdam weiter. Am Dienstag legen die Gewerkschaften mit ihren Tarifkommissionen ihr weiteres Vorgehen fest.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent
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