Öffentlicher Dienst
Verdi droht harten Tarifstreit an

Im öffentlichen Dienst mangelt es zunehmend an Spezialisten. Mit Zulagen versuchen die Arbeitgeber, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Der Gewerkschaft Verdi reicht das nicht: Sie rüstet sich für eine harte Lohnrunde.
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BerlinDie tarifpolitische Taktik der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst ist traditionell recht simpel: Sie schildern die staatliche Finanznot und folgern daraus, dass es für die Beschäftigten eigentlich gar keine Tariferhöhung geben dürfe. Damit ist es ihnen über viele Jahre gelungen, die Lohnentwicklung für Staatsbedienstete messbar unter dem Niveau für Industriebeschäftigte zu halten.

Inzwischen stößt diese Taktik jedoch an Grenzen: Insbesondere qualifizierte Fachkräfte gehen lieber in die Industrie als in den schlecht zahlenden öffentlichen Dienst. Ein aktueller Beschluss der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) zeigt das exemplarisch: Ganz ohne den Druck eines Tarifkonflikts beschloss die VKA vor Weihnachten eine „Richtlinie zur Gewinnung und Bindung von IT-Fachkräften“. Sie erlaubt es kommunalen Personalmanagern künftig, Computerspezialisten neben dem Tarifgehalt bis zu 1000 Euro monatlich als „Fachkräftezulage“ zu zahlen.

Solche Anreize seien nötig, um im Wettbewerb um IT-Fachkräfte „marktfähig zu sein und mit anderen Arbeitgebern konkurrieren zu können“, begründet die VKA den Schritt. Bereits 2010 hatte die Bundesregierung eine ähnliche Zulagenregelung für ihre Tarifbeschäftigten geschaffen. Zudem beschloss die schwarz-gelbe Koalition jüngst ein „Fachkräftesicherungsgesetz“ für den Beamtendienst, das auch eine höhere Besoldung für Ingenieure erlaubt.

Die Lohnerhöhungen lösen bei den Gewerkschaften jedoch kaum Freude aus. „Die öffentlichen Arbeitgeber haben das Ausmaß der Herausforderungen durch den demografischen Wandel viel zu lange verdrängt“, beklagt Achim Meerkamp, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Verdi. Und dieser negative Eindruck werde auch nicht durch punktuelle Zulagenrichtlinien aufgebessert - zumal die Finanzpolitiker bisher keine Anstalten machen, dafür insgesamt die Personalbudgets zu lockern.

Die Gewerkschaften bereiten sich gerade auf neue Tarifrunden vor: für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen, die Mitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie sowie der Chemieindustrie. Durch die neue Ad-hoc-Zuschlagspolitik für Fachkräfte sieht sich Verdi bestärkt, die Tarifrunde beim öffentlichen Dienst mit einer kräftigen Lohnforderung zu eröffnen.

„Die Erwartungen sind eindeutig: Es muss dringend mehr Geld ins Portemonnaie“, betont Meerkamp. Sonst werde es „mit der Bindung der Beschäftigten an den öffentlichen Dienst noch schwieriger“. Verdi bereite sich auf eine „reine Lohnrunde“ vor - ohne Nebenthemen, deren Lösung notfalls mit Abstrichen vom Tarifplus erkauft werden müsste.

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  • 1. Bitte nicht vergessen, das Einkommen der Mitarbeiter des öffentliche Dienst besteht nicht nur aus dem was am Monatsende ausgezahlt wird.
    2. Dennoch steht hier dem "kleinen" Angestellte eine finanzielle Erhöhung zu.
    3.Beamte sollte man in jedem Fall außen vor lassen, oder zählt hier der sichere Arbeitsplatz nicht mehr?!

    Weitere Begründung zu Punkt 3 = Ich kenne 2 Beamte die fröhlich locker mit dem Segen des Amtsarztes mit 50 bei fürstlichen Ruhestandsgehältern nach Hause gegangen sind. Natürlich auf Kosten der Lonsteuerzahler. Bravo.

  • Ach Gottchen, da kann ich doch nur lachen.
    Dann macht Bsirske ein paar Streiks, wo dann so 100 Leutchen sind, also so eine Art Kidnergartenausflug. Das habe ich auch mal mitgemacht und dann bekamen wir eine Gehaltserhöhung von 1,3%.
    Dann war noch mal was, was mit enorm geärgert hat un dann habe ich mein Mitgliedsbuch zurück gegeben.
    Die Gewerkschaften sind mittlerweile zur Lachnummer geworden

  • Danke Verdi! Bei leeren (oder negativen) öffentlichen Kassen heißt das, dass der Arbeitnehmer mit höherer Lohnsteuer rechnen darf.

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