Ökonomen trauen der Fußball-WM 2006 einen Anschub der deutschen Wirtschaftsleistung zu
Heimspiel des Export-Weltmeisters

Das erste Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist noch nicht einmal angepfiffen, ein Sieger aber steht nach Ansicht einiger Ökonomen bereits fest: die deutsche Wirtschaft.

DÜSSELDORF. Das erste Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ist noch nicht einmal angepfiffen, ein Sieger aber steht nach Ansicht einiger Ökonomen bereits fest: die deutsche Wirtschaft. „Gerade in Staaten wie Deutschland, die über viele Jahre eher magere Wachstumsraten erzielt haben, kann ein großes Sportereignis wichtige konjunkturelle Impulse vor allem auch für die Binnennachfrage auslösen“, meint der Chefvolkswirt der Postbank AG, Marco Bargel.

Das Unternehmen, einer der nationalen Förderer der WM, hat in einer Studie die Auswirkungen der Sportveranstaltung auf die deutsche Wirtschaft untersucht. Mit einem optimistischen Ergebnis: „Insgesamt dürfte die Weltmeisterschaft der deutschen Wirtschaft einen zusätzlichen Schub von rund einem halben Prozentpunkt des Bruttoinlandsproduktes bringen“, meint Bargel. Im WM-Jahr selbst dürfte das Wachstum um 0,3 Prozentpunkte höher ausfallen, in den Vorjahren 2004 und 2005 um zusammen 0,2 Prozentpunkte. Die gesamtwirtschaftlich wirksamen Aufwendungen summieren sich laut Postbank auf neun bis zehn Milliarden Euro (siehe „Wachstumsschub“).

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin legt zuversichtlich stimmende Zahlen vor. Die Kammer rechnet wie auch die Postbank bis 2010 mit einen Anstieg des BIP um bis zu zehn Milliarden Euro – davon entfalle mit sechs Milliarden Euro der größte Teil auf Investitionen, der Rest auf privaten Konsum und Exporte. Allein in den Bau und die Erweiterung von Stadien wurden bereits rund 1,4 Milliarden Euro gesteckt. Zum Vergleich: 1974, als Deutschland schon einmal Gastgeber der Fußball-WM war, waren es noch 0,12 Milliarden Euro.

Für den Arbeitsmarkt erwarten Ökonomen hingegen nur geringe Impulse: Die Zahl der Beschäftigten steige in den Jahren 2003 bis 2010 durch die WM im Jahresdurchschnitt nur um knapp 4 000. Das hat Gerd Ahlert in einer Studie für die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung in Osnabrück (siehe „Kleine Chance für Arbeitssuchende“) ausgerechnet.

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