Ökonomen warnen

Konjunktur droht der Benzinpreis-Schock

Der hohe Benzinpreis wird zum Risiko für die Wirtschaft im gesamten Euroraum. Steigen die Preise weiter, könnte die Konjunktur einbrechen. Ökonomen warnen eindringlich und fordern die Politik zum raschen Handeln auf.
26 Kommentare

Benzinpreis bedroht die Wirtschaft

BerlinÖkonomen in Deutschland halten angesichts der hohen Benzinpreise einen Konjunktureinbruch für möglich und sehen nun die Politik am Zug, weitere Preissteigerungen zu stoppen. „Ein hoher Ölpreis ist in der Tat Gift für die gesamte Volkswirtschaft“, sagte die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, Handelsblatt Online. „Die erhöhten Kosten für die deutsche Wirtschaft durch die Ölverteuerung gehen schnell in einen zweistelligen Milliardenbetrag, Geld das besser für die finanzielle Unterstützung von alternativen Kraftstoffen eingesetzt werden sollte.“ Ob die konjunkturelle Entwicklung abgewürgt wird, hängt nach Kemferts Einschätzung allerdings davon ab, wie stark der Ölpreis noch steigen und wie lange er hoch bleiben werde. Der vergleichsweise schwache Euro dämpfe derzeit die noch starken Steigerungen.

Pünktlich zur Osterreisewelle hatte der Benzinpreis Rekordhöhen erklommen. Am Freitagmittag lag der Preis für die verbreitetste Sorte Super E5 im bundesweiten Durchschnitt bei 1,704 Euro. Gegenüber dem Tagesdurchschnitt vom Donnerstag bedeutet das einen Anstieg von 1,4 Cent. Diesel verteuerte sich um 0,9 Cent auf 1,531 Euro pro Liter.

Auch der deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hatte bereits gewarnt, die hohen Benzinpreise gefährdeten das Wirtschaftswachstum. „Bei zwei Euro an der Preistafel fängt die Konjunktur an zu knirschen“, sagte DIHK-Präsident Hans-Heinrich Driftmann der „Bild“-Zeitung. Hohe Anschaffungskosten für Energie und Rohstoffe seien für die Wirtschaft das „Geschäftsrisiko Nummer eins“.

Diese Einschätzung bestätigt auch Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der britischen Investmentbank Barclays Capital in Deutschland, der negative Auswirkungen auf den Konjunkturverlauf fürchtet. „Die steigenden Energiepreise bergen in der Tat ein ganz erhebliches konjunkturelles Abschwungpotenzial für den Euroraum“, sagte Polleit Handelsblatt Online. Verschärft wird die Situation seiner Einschätzung nach zusätzlich durch die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die ohnehin bereits inflationär ausgerichtete EZB-Geldpolitik begünstige den Preisauftrieb durch steigende Öl- und Benzinpreise und führe letztlich zu noch höheren Inflationsraten mit der Folge, dass die Kaufkraft nachlasse und die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben abgebremst würden.

Dies dürfte für die Euroraum-Konjunktur umso gefährlicher sein, weil sich die Anzeichen für eine Kreditklemme mehren“, sagte Polleit. Der Barclays-Chefökonom wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Wachstum der Bankenkredite im Euroraum bereits abnehme, in inflationsbereinigter Rechnung sogar schrumpfe. „Das spricht dafür, dass der Abwärtsdruck auf die Konjunktur bei weiter steigenden Energiepreisen ganz erheblich ausfallen wird“, warnte Polleit. Wie Kemfert hält auch er ein Eingreifen der Politik für nötig. „Das Herabsetzen der Steuerbelastung für Energie wäre die geeignete Maßnahme, um den Abwärtsdruck auf die Konjunktur zu vermindern“, sagte er. „Sie zielt auch ordnungspolitisch in die richtige Richtung: die Steuer- und Abgabenlast für Bürger und Unternehmer zu senken.“

Geldpolitik der Zentralbanken als generelles Problem
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26 Kommentare zu "Ökonomen warnen: Konjunktur droht der Benzinpreis-Schock"

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  • Ach nein, jetzt plötzlich mehren sich die Anzeichen für eine Kreditklemme wieder wo es gerade mal in eine Argumentation passt nachdem einem die ganze letzte Zeit erzählt wurde, dass die überwunden sei. Was soll man denn da überhaupt noch glauben?

  • @So-isses

    Statt das billige Geld der EZB und FED in die Realwirtschaft oder in Staatsanleihen zu investieren, wird damit an der Rohstoffbörse spekuliert.

    Das traut sich aber kein Politiker auszusprechen. Sie müssten ja einen Fehler zugeben.

  • Es gibt für die Bundesregierung überhaupt keinen Grund, auf die steigenden Benzinpreise zu reagieren. Die Politik greift schon viel zu oft in das Marktgeschehen ein; und trägt mit dazu bei, dass es zu noch größeren Verwerfungen an den Märkten kommt.
    Es muss alles unterbleiben, was die Durchsetzbarkeit von Preiserhöhungen begünstigt!

  • Hohe Preise? Genau das wollen unsere Politiker! Der Staat greift in unverantwortlicher Weise in die Geldbörsen der Bürger. Warum kürzen die Politiker nicht massiv Ihre Einkommen? Wozu braucht Frau Merkel so viel Geld? Nur für Ihre Freunde die Banker und um in andere Länder ein zu marschieren. Deshalb baute Sie die Bundeswehr von der Landesverteidigung in eine Invasionsarmee um. Sie will nur die Ausländer unterstützen und die Deutschen vernichten.

  • @ So-isses

    Endlich einer der es kapiert hat , bravo dafür ! Benzinpreise:
    An den Benzin-und Rohstoffpreisen merken wir, daß wir Dank EZB , mit immer schwächerem Geld bezahlen . Der Markt läßt sich nicht lange täuschen .
    Außerdem sind die Tankstellenpächter bzw. seine Gehilfen , die Büttel des Finanzministeriums. Müssen zur Zeit rund 85 Cent Steuern pro Liter abdrücken, auch von dem Sprit , der immer häufiger geklaut wird. Dann dürfen die Pächter auch noch Provisionen vom Shop - Verkauf an wen auch immer bezahlen.
    Leute, bleibt anständig gegenüber der armen Sau , die den Spritpreis kassieren muß!

  • Endlich einer der es kapiert hat , brBenzinpreise:
    An den Benzin-und Rohstoffpreisen merken wir, daß wir Dank EZB , mit immer
    schwächerem Geld bezahlen . Der Markt läßt sich nicht lange täuschen .
    Außerdem sind die Tankstellenpächter bzw. seine Gehilfen , die Büttel des Finanzministeriums. Müssen zur Zeit rund 85 Cent Steuern pro Liter abdrücken, auch von dem Sprit , der immer häufiger geklaut wird. Dann dürfen die Pächter auch noch Provisionen vom Shop - Verkauf an wen auch immer bezahlen.
    Leute, bleibt anständig gegenüber der armen Sau , die den Spritpreis kassieren muß!
    avo !

  • @armesocke:

    Sie haben in diesem ganzen Kommentar Strang als erster mal das eigentliche Problem komentiert. Die Griechen- Portugal und X-te Krise wird bewusst weginflationiert.

    Wir bezahlen heute schon in DE/AT an der Tankstelle für die Griechenpleite usw.

    Leider stehen diese "NEWS" und Fakten nur auf Handelsblatt, sowas sollte zur besten Sendezeit auf RTL etc. ausgestrahlt werden. Da wo der Michel seinen Feierabend Bier vor der Röhre vertrinkt bevor er am nächsten Tag wieder in sein bestes Auto einsteigt um wieder sein hart verdientes Nettogehalt Richtung Pleite Staaten den Tankdeckel runter zu spühlen.

  • Benzinpreise:
    An den Benzin-und Rohstoffpreisen merken wir, daß wir Dank EZB , mit immer
    schwächerem Geld bezahlen . Der Markt läßt sich nicht lange täuschen .
    Außerdem sind die Tankstellenpächter bzw. seine Gehilfen , die Büttel des Finanzministeriums. Müssen zur Zeit rund 85 Cent Steuern pro Liter abdrücken, auch von dem Sprit , der immer häufiger geklaut wird. Dann dürfen die Pächter auch noch Provisionen vom Shop - Verkauf an wen auch immer bezahlen.
    Leute, bleibt anständig gegenüber der armen Sau , die den Spritpreis kassieren muß!

  • Die völlig überzogene Benzinsteuer ist ein perfektes Beispiel dafür, daß der Staat mit seinen "Erziehungs"-Steuern zum Energiesparen gescheitert ist! Es wird heute genausoviel Öl und sogar noch mehr Gas veheizt als in den Siebzigern. Das Endergebnis ist, daß der Staat massiv abkassiert, und zwar bei all denjenigen die zufällig motorisiert sein wollen. Den Umstieg auf E-Motoren hat der Staat auch schon vermasselt, denn der Strompreis hat sich mit dessen Zwangsmassnahmen in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt. So oder so, der Staat gewinnt immer.

  • @Bernhard67
    Das sehe ich ein bisschen anders. Wenn ich ein Produkt herstelle, dann lege ich fest welchen Preis ich dafür verlange. Zum einen berechne ich meine betriebswirtschaftlichen Kosten, wie Personal, Verwaltung, Rohmaterial und als letztes berechne ich welchen Gewinn ich mit meinem Produkt erwirtschaften möchte. Wenn ich einen Bleistift für 2 cent herstelle und ihm einen Markentitel, wie Porsche oder Apple verpasse und ihn dann für 100 Euro verkaufe und sich Käufer dafür finden, dann kommt niemand auf die Idee mir meinen Gewinn streitig zu machen. Bei Energiekosten muss man den schwarzen Peter ganz klar dem Staat zuspielen. Warum genügt denn den Politikern bei diesem Produkt die Mehrwertsteuer nicht? Weil man weiß, dass der Bürger nicht ohne Energie leben kann. Man kann sich dieser Zusatzsteuer nicht entziehen. Würden die Mineralölkonzerne es richtig machen, würden sie ihre bisher erzielten Gewinne einstecken, alle ihre 100tausende Mitarbeiter rausschmeißen und jede verdammte Raffenerie und Bohrinsel dichtmachen und verrotten lassen. Stellen Sie sich vor, Sie erfinden ein Produkt, das jeder braucht und Fr.Merkel hängt sich hinten dran kassiert nochmal das gleiche, was ihr Produkt kostet als Steuer und alle schimpfen auf Sie, dass ihr Produkt so teuer ist. Würden Sie sich das gefallen lassen?

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