Ökonomen warnen vor Euro-Austritt Brüderles gefährliche Italien-Spekulationen

FDP-Fraktionschef Brüderle hält angesichts der Italien-Krise einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone für denkbar. Die SPD reagierte empört – und auch Ökonomen halten wenig von derartigen Exit-Spekulationen.
Update: 08.03.2013 - 18:45 Uhr 51 Kommentare
Rainer Brüderle. Quelle: dpa

Rainer Brüderle.

(Foto: dpa)

BerlinDie SPD hat Äußerungen von FDP-Spitzenkandidat und -Fraktionschef Rainer Brüderle zu einem möglichen Euro-Austritt Italiens als „unverantwortlich“ kritisiert. Damit disqualifiziere sich Brüderle erneut für eine politische Spitzenposition, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß am Freitag in Berlin: „Mit seinen Äußerungen hat Brüderle bereits in den vergangenen Jahren öfter zur Destabilisierung der Situation der Eurozone beigetragen.“

Brüderle hält nach der Wahl in Italien einen Austritt der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft aus der Währungsunion für möglich. Es könne sein, „dass sie rausgehen“, sagte Brüderle am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“.

Italien müsse selbst entscheiden, ob es sich bei der gemeinsamen Währung anpassen wolle: „Und wenn sie das nicht wollen, müssen sie die Konsequenzen ziehen.“ Die Alternative zu einem Euro-Austritt sei, dass Italien drastische Maßnahmen ergreife. Die Entscheidung liege bei Italien. Das Land gehe nicht pleite, es werde die Kraft haben. Er mache sich viel mehr Sorgen um Frankreich, so Brüderle.

Nach dem unklaren Wahlausgang in Italien hat auch die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote von Italien um eine Stufe gesenkt. Die Kreditwürdigkeit werde jetzt nur noch mit „BBB+“ bewertet, teilte Fitch am Freitag in London mit. Zuvor war Italien noch mit „A-“ bewertet worden. Das war die erste Abwertung der Bonität des Euro-Krisenlandes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten.

Zudem droht Fitch der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an. Der Ausblick für das Rating ist „negativ“. Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

Ökonomen in Deutschland warnten vor Spekulationen über einen Euro-Austritt Italiens. „Ein Exit Italiens ist nicht ausgeschlossen, könnte aber, anders als bei einem Austritt Griechenlands, Portugals etc., das Ende der Euro-Zone insgesamt zur Folge haben“, sagte Ansgar Belke, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen, Handelsblatt Online. Gegen einen Exit Italiens spreche, dass das Land hinreichend Ressourcen zur Verfügung stehen, um sich gegen eine Schuldenkrise zu stemmen. „So ist der private Sektor in Italien anders als in Spanien, Portugal und Griechenland vergleichsweise wenig verschuldet“, sagte Belke. „Anders als Griechenland kann Italien seiner Bevölkerung mehr Einsparungen und höhere Steuern zumuten.“

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, wies darauf hin, dass Italien 1999 der Währungsunion habe beitreten dürfen, obwohl das Land einen viel höheren Schuldenstand hatte, als nach dem Maastricht-Vertrag erlaubt. „Insofern hätte es nicht Mitglied der Währungsunion werden dürfen“, sagte Krämer Handelsblatt Online. Zudem wär es nach der Erfahrung der Staatsschuldenkrise es erst recht besser gewesen, Italien wäre nicht beigetreten. „Aber diese politische Fehlentscheidung rückgängig zu machen, ist leider sehr gefährlich“, warnte Krämer.

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51 Kommentare zu "Ökonomen warnen vor Euro-Austritt: Brüderles gefährliche Italien-Spekulationen"

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  • Das irre an Brüderle´s Äusserung ist ja vor allen Dingen, dass er das mit einer Haltung sagt, die impliziert man könne Italien ja aus dem Euro ausschliessen.
    Diese Form der dümmlichen Arroganz von Ihro Gnaden Brüderle, ist genau das, was uns Deutsche im Ausland zu Recht so unbeliebt macht.

    Laut EU Vertrag kann niemand aus dem Euro ausgeschlossen werden. Wenn Italien geht, dann geht es weil es selber gehen will.
    Auch wenn Brüderle dass die ganze Zeit sowieso schon tut, der Erste der dann dämlich aus der Wäsche schaut, wird er selber sein.

  • ohne EU könnte man die Bürger nicht so schön abzocken.

  • @Kalter

    Sie haben die Target 2 Salden gar nicht verstanden.
    D-Land Verkauft exportiert Waren in die PIGS-F Staaten, und die lassen über die EZB bei der Bundesbank anschreiben.

    Wer ist den "wir "?

    Sie müssen da schwer trennen die 3 % reichen in D in der EU sind das wir ? Die haben doch mit Ihnen gar nix zu tun. Für die sind Sie nur Konsum-Schweinchen denen man per Werbung konsumbedarf (fressen) vermittelt. Die 90 % Dummen in D-Land werden das alles bezahlen mit hundert neu erfundenen Steuern auf alles-auch auf dumme Gedanken.
    Haften werden auch nicht die Trittbrettfahrer des Systems die Politiker, die machen die Augen zu und als reicher Pensionär ab in die Toskana; alles vergessen kalt werden lassen; mach mer mal ne Gesichts-OP damit mich die Leute nicht so leicht erkennen.
    So wird das ablaufen. Alle werden mit gefüllten Koffern auseiander laufen. Das wird ablaufen wie in Island.
    Die Fabrikbesitzer (Exporteure) in D-Land werden über Deutsche Steuergelder ausbezahlt und sind fein raus machen Gewinne. Und dieselbe Summe wird über die Target-2 salden den Deutschen Bürgen als Schuld in Rechnung gestellt mit Zins & Zinseszins.

    Sollte die EU weiterhin so bestehen bleiben endet das System wie in Blade Runner; überall Werbetafeln; lautsprecher; Videokameras; glizende Euro-Konsumwelt--total überwacht. Der Mensch als dressiertes Konsum-Schweinchen.

  • @Schmaar

    da wird nix mehr verrechnet

    rechnen Sie mit Minimum 2 Bill. Euro mehr Deutsche Staatsschulden besser Bürgerschulden.

    Nach Dieter Späthmann hat der EU-Zinnober bist jetzt 2,5 Bill Euro gekostet in D-Land.

    Hierfür werden Sie haften mit dem was Sie haben in D-Land; und Ihre Kinder über Generationen.

    Die EU ist schon tot---man will das aber nicht wahhaben in der Politik.
    Italien muß schnell um 35 % abwerten, im Eurosystem geht das aber nicht; sonst verlieren die Teile Ihrer Wirtschaft mit riesigen Arbeitslosenzahlen, dasselbe gilt für Frankreich. Oder man senkt die Löhne in diesen Ländern--aber dann gibt es sofort Revolution; und das unkontrollierte hassen die EU-Bürokraten.
    Es gibt in dieser Situation nur noch den Weg Dampf aus dem Dampfkochtopf EU rauszulassen sonst, fliegt der Angelika Ihr Lieblingsprojekt um die Ohren.
    Ein unvorhergesehener Bunkenrun in einem EU Land kann das ganze Kartenhaus von heute auf morgen umkippen lassen.
    Und die Politiker der EU haben es sich jahrzehnte lang so richtig gutgehen lassen in den verschiedenen Gremien der EU auf Tagungen alles auf kosten der Steuerzahler solche Pfründe gibt man

    Die haben über jahrzennte nur Schulden angesammelt und sich bei den Reichen (Banken) jeder Nation verschuldet über das Zinseszinssystem. Der Verbrecher (Banker ) und seine Komplizen (Politiker) haben immer Geld aus dem nichts geschöpft und über Privatbanken der Bevölkerung in Schuld gestellt. Hierbei wurden wenige sagenhaft reich, die meisten aber bitter Arm. Und dieses System ist nun an seine Grenzen gestoßen und wird National auseinander fallen.
    Die Menschen in der Südzone haben keine Lust mehr auf Verarmung nur damit die Exportindustrie der Deutschen nur einige sagenhaft reich werden.

    Die EU war nur ein Projekt um Gelder einzusammeln bei den unteren schichten und dieses Geld nach oben weiterzuleiten; zudem haben sich die Trittbrettfahrer ; Funktionsleiten Politiker kräftig mit in die Volkskasse gegriffen + Ihren Judaslohn kassiert .

  • @ein-Würger

    was anders ist die EU auch nicht.

    Ein Karriere-Verein, dasselbe wie die Parteien in allen Ländern.
    Und die Bürger finanzieren diesen Voll-Schwachsinn.

    Die EU ist " Zinnober"

    man bracht Sie nicht. Eine Europäische Währungsschlange EWS würde reichen , wie das früher war.

  • @Karstenistschwa....

    einfach mal googeln; dann NYT Grafik Europ s web of Dept
    eingeben.
    Italy anschauen ist von 2010 gilt aber immer noch.

    Dann die Verbindlichkeiten Frankreichs ansehen.

    Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

    Ich denke das man ITALY aus dem Schußfeld bringen will um mit den letzten verblieben Spar-Reserven der Deutschen Frankreich vor einem Reset zu retten.

    Denn Frankreichs Reset hätte auch Folgen in der Bimbesrepublik; die politische Kaste aller Parteien müsste von heute auf morgen Ihre Jöbchen abgeben; man würde Ihnen die Pensionen streichen.

    Um das zu verkünden wurde Brüderle ins Rennen Geschickt. Da die FDP eh eine kaputte Partei ist kann man da eh nix mehr kaputt machen.
    Hätte die unfähige Merkel das gesagt, dann würde keiner mehr CDU wählen in der dummen Deutschen Bevölkerung.

    Die Alternative für Deutschland wird wohl die FDP ersetzen.

  • Brüderle dient den Spekulanten,und Signore, Mondahu.
    Mal hören was er morgen zu sagen hat.

    Die MZ bekommt von mir übermorgen die Kündigung. Volksverdummung ist das.

  • Herr Brüderle und all die anderen Weisen, Auguren und Kommentatoren sollten sich zurückhalten. Noch haben wir souveräne Staaten (wenigstens auf dem Papier) in Europa und man kann schon gar niemand 'hinauswerfen'. Solche Töne helfen nicht weiter und machen nur böses Blut.

    Man kann hingegen sehr wohl und auch genau ausdrücken, was man mitmachen will und was nicht. Das ist fair, denn der andere (in diesem Fall Italien) kann dann die Situation abwägen und selbst entscheiden, was er will. Er kann dann aber auch nicht meutern, wenn es in die Hose geht.

    Also: Wo steht Deutschland in dem Spiel? Schon was gehört von Mutti?

  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Euro-Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst deren Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Dazu kommt dass die Gewinne die deutsche Konzerne über den Export z.Bsp. nach Italien erzielen sehr oft in Nicht-Euro-Ausland investiert wurden, besonders in die ehemalige Länder des Ost-Blocks.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer stärkeren Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer berücksichtigen und entgegen wirken.

  • Tacheles

    Im Vergleich sehr gutes Forum:

    Ja, es wird bereits nach einem Schuldigen oder einer Schuldigen gesucht ( Quelle MZ, 9.3."Italien weist Richtung")
    Ja, nun werden alle PIGS oder FIS(H) in einen Topf geworfen, dreimal herumgerührt und ferig ist die PeterSielienkartoffel. Es wird nicht über Meinung berichtet, wie zum größten Teil bei Herrn Neuer; es wird Meinung gemacht: Dass der private Sektor in Italien- vorsichtig formuliert- anders verschuldet ist als der von Spanien oder Prtugal oder D. wird ignoriert. Dass die italienische Politik und die Beziehung der Bevölkerung zur Politik- vorsichtig formuliert- anders ist als in Frankreich oder Deutschland oder Spanien ( Königreich ) wird ignoriert.dass die nominalen Lohnstückkosten(= Pro-Kopf-Arbeitnehmerkosten im Verhältnis zur gesamtwirtschaftlichen Produktivität aller Beschäftigten auf Basis der Landeswährung) in Deutschland zu hoch oder der EUR zu niedrig ist,wird einfach, hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit mit den USA, zugunsten der Schuldenstaaten ignoriert.
    Nein, es geht darum, die Bevölkerung darauf vorzubereiten, daß Vertragsänderungen Sein werden. Brüderle hatte in der Sendung "Maybrit Illner" hinsichtlich Italien eine Handbewegung und einen Kommentar " Unterhalb der Ebene" gemacht.
    @ Pequod. Aufgepasst! Auch Deutschland braucht einen Sozialetat! Der wird kaum durch "Squeezed Middle" erwirtschaft

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