Ökonomen-Zoff
EZB-Chefvolkswirt Stark teilt ordentlich aus

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, hat am Freitag harsche Kritik an den Äußerungen von Ökonomen - vor allem Hans-Werner Sinn - zur Rolle der EZB in der Euro-Schuldenkrise geübt.
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DüsseldorfOhne direkt Namen zu nennen kritisierte er insbesondere den Präsidenten des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, und dessen Analyse über angebliche zusätzliche Hilfen für Länder wie Griechenland und Portugal über das "Target 2"-Zahlungsabwicklungssystem der Euro- Zentralbanken. Dessen Warnungen, dass die Notenbanken solider Euro-Länder über das "Target 2"-System faktisch die Leistungsbilanz-Defizite an die Krisenländer finanzierten, seien falsch, sagte Stark. Es könne auch keine Rede davon sein, dass dieser Kapitalabfluss die Kreditvergabe in Zahlerländern wie Deutschland einschränke.

Andere Ökonomen und Journalisten hatten sich Sinns Argumentation angeschlossen, doch in den vergangenen Tagen gewannen die kritischen Stimmen die Überhand. Stark empfahl insbesondere eine Analyse im Handelsblatt (Freitagausgabe) zur Lektüre, in der Redakteur Olaf Storbeck Sinns Argumente zurückgewiesen hatte.

Unglücklicherweise werde die öffentliche Debatte über Details der Finanzhilfen derzeit von "nicht gut informierten" Menschen beherrscht, sagte Stark am Rande der Tagung "The ECB and its Watchers" in Frankfurt. "Das scheint für akademische Zirkel ebenso zu gelten wie für Finanzjournalisten." In der akademischen Welt "gehen einige das Risiko ein, ihren guten Ruf zu verlieren", fügte der EZB-Chefvolkswirt hinzu. Namen nannte er nicht.
Die Zahlungsströme zwischen Notenbanken und Geschäftsbanken im "Target 2"-System seien ein technischer Vorgang, sagte Stark. Wer die Forderungen, die die Bundesbank hier gegen Notenbanken der Peripherieländer habe, als Maßstab für finanzielle Risiken nehme, verzerre die Fakten. "Wir sollten hier nicht nationalistisch argumentieren", warnte er. Die wachsenden Zahlungsströme in "Target 2" reflektierten lediglich die wachsende Integration innerhalb der Währungsunion. Dass die Liquidität, die über das System Banken in Peripherieländern zufließt, auf Kosten der Kreditvergabe in anderen Ländern gehe - wie Sinn argumentiert - sei "einfach nicht wahr". Die Kreditvergabe deutscher Banken werde dadurch in keiner Weise eingeschränkt. Diese Banken hätten sogar ungenutzte Liquiditätsreserven.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

Kommentare zu " Ökonomen-Zoff: EZB-Chefvolkswirt Stark teilt ordentlich aus"

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  • @Scheindiskussion. Die filme anzusehen ist gar nicht nötig. Ich weiß auch so, daß es so ist, man kann alle diese fragen mit Ja beantworten. Wenn aber nun sinn angeblich unser sachwalter ist, warum nimmt er dann nicht gegen das Zinsezinssystem Stellung ? Dieses system wird doch gespeist durch den ständigen anstieg der weltbevölkerung. solange immer neue millionen in asien zum billigstlohn sich verkaufen, um irgendwie zu überleben, wird sich nichts ändern. deswegen gibt es ja auch kaum bestrebungen, den ungebremsten bevölkerungsanstieg durch wirkungsvolle Maßnahmen zu bremsen, allenfalls in China. Solange es immer neue Millionen gibt, die außer ihrer arbeitskraft buchstäblich nichts haben,wird sich an den zuständen gar nichts ändern. Das ist wie ein Perpetuum mobile für das Finanzkapital.


  • Wer glaubt, eine Bank hätte das Geld, daß sie als Kredit vergibt, täuscht sich gewaltig.

    Die Bank hat vom Staat das Recht erhalten, Geld aus dem Nichts zu erschaffen, quasi mit der linken Maustaste!!!

    Die Zinsen allerdings, die sie kassiert, die sind echt.
    Du mußtest dafür hart arbeiten.
    Zahlst Du immer diszipliniert Deine Zinsen, kannst Du soviel Luftgeld haben, wie Du willst.
    Zuckst Du mit den Zinsen rum, dann läßt die Bank den Kredit sterben.
    Und für die angeblichen Schulden (Luftgeld) die Du hast, kassiert die Bank jetzt Dein Haus und Dein Auto. Die allerdings waren auch wieder echt.

    Du denkst, Du brauchst kein Luftgeld, Du hast nur Guthaben?
    Dann bedenke, Deine Guthaben sind die Schulden eines anderen und er zahlt Dir Zins dafür, richtig?

    Wann bricht dieses System zusammen? Wenn man mehrheitlich die Zinsen nicht mehr heranschaffen und zahlen kann. Dann bricht das Luftgeld zusammen, die Kreditverträge auch (Dein Girokontovertrag ist auch nur ein Kreditvertrag), Dein Bankkonto, Deine Lebensversicherung und Dein Festgeld auch.


    "Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."
    - Henry Ford (1863-1947), Gründer der Ford Motor Company

    Wer vestehen will in was für einer manipulierten Scheinwelt wir leben, sollte folgende Bücher lesen:

    1.) "Der Nebel um das Geld" Zinsproblematik - Währungssysteme - Wirtschaftskrisen.
    von Bernd Senf

    2.) "Brot und Spiele" Schadlos durch die Wirtschaftskrise von Andreas Popp

    2. ) "Das Matrix Syndrom" Die systematische Manipulation der Menschen durch die "Macht"
    von Andreas Popp

  • Warum kann man den Bericht von Sinn nicht kommentieren...Zensur????
    Ist es zu spät zur Umkehr vom Euro?
    Es ist höchste Zeit und vielleicht schon zu spät, um umzukehren und endgültige Lösungen zu diskutieren. Wir müssen uns trauen, die einzigen möglichen Wege, die Griechenland wirklich helfen, zu gehen. Wir müssen uns endlich eingestehen, dass wir es mit einer pathologischen Überschuldung von Staaten und Banken zu tun haben. Wir müssen uns endlich eingestehen, dass unser Geldsystem zu einer Überschuldungskrise von Staaten geführt hat. Wir ignorieren die Krankheit unseres Geldsystems, in dem Privatbanken Geld und Kredit aus dem Nichts erchaffen. Dieses Geldsystem hat ein Schneeballsystem aus ungedeckten, zukünftigen Zahlungsverpflichtungen geschaffen. Wie jedes Schnellballsystem wird es früher oder später in sich zusammenbrechen.



    Sind wir auf dem Weg in die Knechtschaft?

    Wir befinden uns auf dem Weg in die Knechtschaft. Dieser führt uns von Intervention zu Intervention spiralenförmig abwärts. An seinem Ende erwartet uns ein planwirtschaftliches (zentralistisches) Europa. Mit dem planwirtschaftlichen Europa kommt die Vollendung seines ökonomischen Verfalls. Ökonomischer Verfall führt zur Unzufriedenheit bei den betroffenen Menschen. Die schlimmen politischen Folgen ökonomischer Unzufriedenheit sehen wir in Dänemark, das seine Grenzen schließt. Statt eines Europas mit Grenzen für Güter und Menschen brauchen wir ein marktwirtschaftliches Europa mit Freihandel und einem gesunden Geldzystem. Nur so erhalten wir ein Europa der Freiheit.

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