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30.09.2008 
Stromerzeugung

Ökostrom löst hohe Zusatzkosten aus

von Klaus Stratmann

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien verursacht milliardenschwere indirekte Kosten, die von allen Stromverbrauchern zu tragen sind. Im Jahr 2006 beliefen sich diese indirekten Kosten auf 445 Mill. Euro, im Jahr 2020 dürften es mindestens 3,3 Mrd. Euro sein.

BERLIN. Das ist das Ergebnis einer Studie der TU Berlin, die dem Handelsblatt vorliegt. Die Kosten müssen zu den Milliardenbeträgen addiert werden, die ohnehin durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entstehen. Das EEG garantiert allen Produzenten von Ökostrom feste Vergütungssätze, die teils deutlich über den Marktpreisen für konventionell erzeugte Energie liegen. Erst durch diesen Anreiz werden Windräder oder Photovoltaikanlagen wirtschaftlich attraktiv.

Das EEG hat dazu geführt, dass der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Stromverbrauch seit Jahren mit hoher Geschwindigkeit steigt. Er beläuft sich mittlerweile auf rund 14 Prozent. Die Differenz zwischen EEG-Vergütung und Marktpreis wird auf alle Stromverbraucher umgelegt. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) belief sich die EEG-Umlage im vergangenen Jahr auf 4,15 Mrd. Euro und wird sich in diesem Jahr auf 4,95 Mrd. Euro erhöhen.

Doch damit wird nur ein Teil der Kosten erfasst, die die Erneuerbaren verursachen. Denn ihr Ausbau macht einen Umbau der Versorgungsinfrastruktur erforderlich. So führt etwa der starke Zubau von Windrädern im Norden und Nordosten Deutschlands dazu, dass Stromproduktion und Stromverbrauch räumlich immer weiter auseinander klaffen. Deshalb müssen neue Stromleitungen quer durch Deutschland gebaut werden. Georg Erdmann, Leiter des Fachgebietes Energiesysteme an der TU Berlin, beziffert allein die Kosten für diesen Netzausbau auf 1,2 Mrd. Euro. Die Netzbetreiber legen diese Kosten auf die Netzentgelte aller Kunden um.

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