Offen für breite Linkskoalition
SPD-Linke liebäugeln mit Rot-Rot

Bundeskanzler Gerhard Schröder lehnt eine Koalition mit der Linkspartei strikt ab, doch der linke Parteiflügel der SPD will ihm nicht folgen. Führende Vertreter liebäugeln offen mit Rot-Rot-Grün. Auch der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, schmeichelt der Linkspartei.

BERLIN HB. Trotz harscher Ablehnung jeder Koalitionsphantasien mit der Linkspartei durch Kanzler Schröder warnt der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Ottmar Schreiner, in der "Bild am Sonntag" "vor einer Dämonisierung oder Verhetzung" der linken Konkurrenz. Seine Fraktionskollegin Sigrid Skarpelis-Sperk, wie Schreiner Vertreterin des linken Parteiflügels, sagte: "In der Wahlnacht kommt alles auf den Prüfstand." Sollten Union und FDP keine Mehrheit erzielen, "wird man neben Schwarz-Rot auch Rot-Rot-Grün in Betracht ziehen."

Ver.di-Gewerkschaftschef Frank Bsirske lobte die neue Linkspartei unter Lafontaine in einem Interview mit der "Welt am Sonntag": "Das Linksbündnis hat die Parteienlandschaft in der Bundesrepublik spannender und farbiger gemacht." Der Druck durch das Bündnis von PDS und WASG habe positiv gewirkt: Denn die Grünen profilierten sich nun wieder als moderne Linkspartei und die SPD konkretisiere ihr Programm, meint Bsirske. Der Gewerkschaftschef, selbst Mitglied der Grünen, nahm auch den Vordenker der Linkspartei und früheren SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine in Schutz. "Ich zweifele nicht am demokratischen Engagement von Oskar Lafontaine", sagte Bsirske. Über die rot-grüne Koalition sagte Bsirske: "Dieses Projekt hat zuletzt geschwächelt, weil es sich zu sehr neoliberalen Dogmen geöffnet hat." Bsirske betonte, eine Politik, "die auf von unten nach oben, auf Steuererleichterungen für Unternehmen und Lohnmäßigung für die Arbeitnehmer setzt, war offensichtlich nicht erfolgreich". Im Falle eines Wahlsieges der Union fürchtet er jedoch, dass das "Kräfteverhältnis zuungunsten der Arbeitnehmer" verschoben werden soll.

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