Offenlegung der Bezüge
Bundestag nickt Managergehälter-Gesetz ab

Der Bundestag hat am Donnerstag das Gesetz zur Veröffentlichung von Manager-Gehältern verabschiedet. Damit werden die Vorstände von Aktiengesellschaften dazu gezwungen, künftig ihr genaues Jahresgehalt zu nennen. Betroffen sind insgesamt rund 1000 Unternehmen.

HB BERLIN. Eine freiwillige Offenlegung war am Widerstand von Konzernen wie BMW, Daimler-Chrysler und Porsche gescheitert. Der Gesetzentwurf wurde mit den Stimmen der rot-grünen Koalition sowie der CDU/CSU verabschiedet. Die PDS-Abgeordneten enthielten sich, dagegen stimmte allein die FDP.

Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss in der kommenden Woche auch noch der Bundesrat zustimmen. In der Länderkammer wird ebenfalls mit einer klaren Mehrheit gerechnet, so dass das Gesetz bald in Kraft treten kann. Allerdings wird es noch eineinhalb Jahre dauern, bis es seine volle Wirkung entfaltet: Die Nennung der Vorstandsbezüge wird erst mit den Geschäftsberichten für das Jahr 2006 zur Pflicht, die im Frühjahr 2007 veröffentlicht werden.

Das Gesetz sieht vor, dass die Bezüge jedes einzelnen Vorstandsmitglieds im Jahresabschluss bis ins Detail publik gemacht werden müssen - aufgeschlüsselt nach erfolgsabhängigen und -unabhängigen Bestandteilen. Zudem sollen auch Abfindungen veröffentlicht werden, die im Fall eines Ausscheidens zugesagt wurden. Ausnahmen sind nur möglich, wenn dies die Hauptversammlung mit einer Dreiviertelmehrheit beschließt.

Bei Verstößen gegen die gesetzliche Transparenzpflicht sollen Bußgelder von bis zu 50 000 Euro pro Vorstand verhängt werden können. Derzeit sind von den 30 Konzernen im Deutschen Aktienindex (Dax) nur 20 Vorstände zur Veröffentlichung der Gehälter bereit. Zu den Verweigerern gehören auch der Chemiekonzern BASF oder der Versicherer Münchner Rück.

Unter den Managern, die ihr Gehalt veröffentlichten, verdiente im vergangenen Jahr der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, am meisten. Er kam auf ein Gehalt von 10,08 Mill. Euro. Am Ende der Tabelle rangierte der Chef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, mit 1,02 Mill. Euro.

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