Offerte an Unionspolitiker: FDP buhlt um Friedrich Merz

Offerte an Unionspolitiker
FDP buhlt um Friedrich Merz

Dass der langjährige CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz seinen Rückzug aus der Politik angekündigt hat, lässt einige in der Union nicht ruhen: Die Liberalen machen dem Juristen ziemlich eindeutige Offerten.

BERLIN. FDP-Vize Rainer Brüderle bot Merz an, den Liberalen beizutreten. „Friedrich Merz ist herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Liberalen in Deutschland für eine echte Steuerreform und für weniger Bürokratie zu kämpfen“, sagt Brüderle dem Handelsblatt. Das Schicksal von Friedrich Merz zeige, dass Reformpolitiker und leidenschaftliche Marktwirtschaftler in der Union keine Heimat mehr hätten.

Brüderle zeigte sich sicher, dass es eine große Zahl Frustrierter in der Union gebe. „Besonders der Gesundheitsmurks wird die Union noch teuer zu stehen kommen. Es spricht für Friedrich Merz, dass er seinen guten Namen für dieses Doppelspiel nicht mehr hergeben wollte“, sagte Brüderle.

Merz hatte am Montagabend bekannt gegeben, bei der Bundestagswahl 2009 nicht wieder für einen Sitz im Berliner Reichstag zu kandidieren. Nach 20 Jahren als Abgeordneter im EU-Parlament und im Bundestag wolle er ganz in seinen Beruf als Anwalt zurückkehren. Zudem seien der Kurs der großen Koalition und der nordrhein-westfälischen CDU mit seinen Grundüberzeugungen nicht vereinbar.

Die Unionsfraktion im Bundestag nahm Merz' Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis. Weitergehende Reaktionen waren am Dienstag in Berlin nicht zu erhalten. Auch die kritischen Äußerungen von Fraktions-Vize Wolfgang Bosbach (CDU) blieben zunächst unkommentiert. Dieser hatte erklärt, er denke ähnlich wie Merz, wolle aber nicht die gleiche Konsequenz ziehen. Bosbach wörtlich: „Ich habe alles dafür getan, dass wir an die Regierung kommen. Aber wenn man in 14 Monaten Regierung mehr Frustrations-Erlebnisse hat als in sieben Jahren Opposition, kommt man ins Grübeln“

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