Ohne Bewährung
Erster G8-Gegner muss ins Gefängnis

Wegen der gewalttätigen Ausschreitungen von Rostock ist am Dienstag der erste Steinewerfer zu zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Rostock sprach den 31-Jährigen Hans-Jürgen S. der versuchten gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch schuldig.

HB ROSTOCK.Der Mann hatte am vergangenen Samstag „mehrfach mit Steinen gezielt nach Polizisten geworfen, um diese zu verletzen“, urteilte das Gericht. Damit ist drei Tage nach den Ausschreitungen der erste Krawallmacher verurteilt worden. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

Nach Angaben von Gerichtssprecherin Gabriele Krüger hatten zwei Polizeibeamte die Übergriffe als Zeugen bestätigt. Einem vom Angeklagten aufgebotenen Entlastungszeugen folgte das Gericht nicht, wie es hieß. Das Urteil wurde im so genannten beschleunigten Verfahren gefällt. Mit dieser Vorschrift aus der Strafprozessordnung können Verdächtige viel schneller als üblich vor Gericht gestellt werden. So muss beispielsweise keine schriftliche Anklage vorher geschrieben werden, sie kann mündlich vorgetragen werden. Die Höchststrafe im beschleunigten Verfahren beträgt ein Jahr Haft.

Das Amtsgericht Rostock hatte insgesamt neun Haftbefehle gegen mutmaßliche Beteiligte der Krawalle erlassen. Die Verdächtigen sollen möglichst noch diese Woche vor Gericht kommen. Ein zehnter Tatverdächtige bleibt wegen anderer Anordnungen in Haft. Gegen ihn wird laut Staatsanwaltschaft ein gesondertes Verfahren eröffnet, da ihm wegen früherer Taten nach Einschätzung des Haftrichters eine längere Freiheitsstrafe droht.

Bei den Krawallen waren Polizisten am Samstag über Stunden immer wieder von Autonomen am Rande einer Demonstration gegen den G-8-Gipfel mit Steinen beworfen worden. 433 Beamte wurden bei dem Einsatz verletzt, 30 davon schwer.

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