Ohne zusätzliche Ausnahmen
SPD pocht auf Mindestlohn

Die CSU denkt über weitere Ausnahmen beim Mindestlohn nach, etwa für Saisonarbeiter und Praktikanten. Doch die SPD lässt bei diesem Thema nicht mehr mit sich reden – und verweist auf den Koalitonsvertrag.
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BerlinDie SPD besteht trotz weitergehender Forderungen aus der Union auf einen Mindestlohn ohne zusätzliche Ausnahmen. SPD- Chef Sigmar Gabriel verwies auf die Vereinbarungen im schwarz-roten Koalitionsvertrag. „Schon erledigen sich einige sehr überflüssige Debatten“, sagte der Vizekanzler der „Welt“ (Print: Samstag). Als Ausnahmen von einem gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro nannte Gabriel Auszubildende und Schülerpraktikanten, „weil es sich dabei ja nicht um reguläre Arbeitsverträge handelt“. Die CSU hatte Ausnahmen etwa für aufgeworfen.

Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstands der Unions- Bundestagsfraktion, Christian von Stetten, kritisierte: „Es war ein Fehler, im Koalitionsvertrag nicht auszuformulieren, wo es sinnvolle Ausnahmen vom Mindestlohn geben sollte.“ Eine Koalition solle aber nicht gleich mit Streit beginnen, sagte der CDU-Politiker der „Stuttgarter Zeitung“ (Samstag). „Vertrag ist Vertrag.“

Der schleswig-holsteinische SPD-Chef Ralf Stegner sagte „Spiegel Online“ (Freitag): „Unklar ist noch der Status der Zeitungsausträger - ansonsten wird es keine Ausnahmen geben, da können die Damen und Herren von der Union reden, was sie wollen.“ Gabriel sagte, gelten solle der Mindestlohn auch für Praktikanten mit abgeschlossener Ausbildung. Rentner könne man natürlich nicht ausnehmen, „sonst würde man ein großes Arbeitsplatzvernichtungsprogramm zugunsten von Rentnerbeschäftigung in Gang setzen“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich habe die 1377 Euro bei 2 Gehaltsberechnern im Internet
    eingegeben und erhielt als Ergebnis 1029,50 Euro netto.
    Mir ist nicht einsichtig, warum Saisonarbeiter, Rentner und Praktikanten weniger als den Mindestlohn erhalten sollen, denn
    Arbeit ist Arbeit, besonders wenn es sich um körperlich
    anstrengende Arbeit wie Ernteeinsatz, Reinigung oder Produktion handelt. Wie wenig sollen diese Menschen denn verdienen ? Ausgerechnet die Katholiken der CSU wollen die
    Menschen schamlos ausnutzen, die auf der untersten Lohnstufe stehen und oftmals keine andere Möglichkeit haben, ihr täglich Brot zu verdienen. Und trotzdem für uns alle so notwendig sind. Diese Kälte widert mich an.

  • wie ist das denn mit den Lehrlingen, bekommen die auch 8,50x 162 Std = 1377€, ich habe 1960 15 € im Monat bekommen!!

  • Zitat : Die CSU denkt über weitere Ausnahmen beim Mindestlohn nach, etwa für Saisonarbeiter und Praktikanten.

    - die CSU ist eine Partei, die den Begriff "Flächendeckend und gesetzlich" noch nicht verstanden hat, und nie verstehen wird !

    Diese Koalition war ein Geburtsfehler, der uns noch sehr teuer zu stehen kommt !

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