Online-Werbekampagne der Bundesregierung
Wahlwerbung online - Regierung offline

Noch bevor der Termin für Neuwahlen perfekt ist, hat die Regierung mit dem Wahlkampf begonnen. Allerdings ohne Plakate oder Informationsstände in den Innenstädten. Stattdessen gibt es Anzeigen im Internet, platziert auf Online-Medien-Seiten von "Zeit", "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung".

HB DÜSSELDORF. Die SPD geht mit dem Trend. Um Wähler zu mobilisieren, setzt sie auf das Internet. Auf den Startseiten verschiedener Online-Medien poppt in diesen Tagen eine Anzeige auf, die auf die Erfolge von Schröders Agenda-Politik hinweist: 40 700 Handwerksbetriebe mehr, 2,6 Millionen aus der Sozialhilfe geholt und 77 000 neue Ausbildungsplätze, so lauten die Slogan die abwechselnd auftauchen, eingebettet in die Sätze "zwei Jahre Agenda 2010" und "die Reform ist noch jung".

Zu jung ist offenbar auch noch die Kampagne selbst. Im Wirtschaftsministerium jedenfalls konnte sich niemand zu Einzelheiten äußern. Es gab keinen Ansprechpartner, der wusste, wie lange die Kampagne laufen soll oder wie viel sie kostet.

Fest steht nur, dass alleine der Werbebanner bei "Zeit-Online" für vier Wochen 93 000 Euro kostet, erklärt die GWP, die Vermarktungsorganisation der Verlagsgruppe Handelsblatt, bei der auch die Zeit Kunde ist. Das Wirtschaftsministerium war von sich aus an den Vermarkter herangetreten. Wie genau die Regierung aber die Medien ausgewählt hat, auch dazu können die Mitarbeiter im Ministerium nichts sagen. Ebenso wie darüber, ob die Kampagne für eine bestimmte Zielgruppe ist und welche Rolle das Internet speziell für den so kurzen Wahlkampf spielt - ob er auch finanzielle Vorteile hat.

Insgesamt kalkuliert die SPD dieses Mal mit 20 Millionen Euro für den Wahlkampf. 2002 kostete er noch 27 Millionen. Doch auch am Stimmenfang muss eben gespart werden - wohl auch im Sinne der Agenda selbst. Denn so rosig, wie die Regierung es darstellt, sieht es für die Reformpolitik auch wieder nicht aus. Allein für die Arbeitsmarktreformen fehlen im Haushalt rund sechs bis sieben Milliarden Euro. Und heute wurde bekannt: Speziell die Kosten für die online beworbenen 236 000 neuen Ich-AGs laufen der Regierung aus dem Ruder.

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