Onlinespiel
Mit Merkel die Staatsknete verballern

Opel-Fahrer, Landesbanker, Rentner – im Onlinespiel „Verballer die Staatsknete“ können die Nutznießer von staatlichen Hilfsgeldern und Konjunkturpaketen mit Euroscheinen beschossen werden. Die Initiatoren wollen mit dem Ballerspiel „provozieren“ und auf die dramatisch steigende Staatsverschuldung aufmerksam machen.

DÜSSELDORF. Die warnende Botschaft von „Fantastic Five – Verballer die Staatsknete“ lautet: „Die Politiker verschleudern unser Steuergeld. Soviel sie können.“ Das Onlinespiel stammt von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), die Politiker im krisengeschüttelten Wahljahr 2009 zum Maßhalten aufrufen will.

Die „Fantastic Five“, das sind Angela Merkel (CDU), Franz Müntefering (SPD), Guido Westerwelle (FDP), Claudia Roth (Grüne) und Oskar Lafontaine (Linke). Sie alle tragen eine rote Uniform und grinsen breit. Müntefering präsentiert stolz ein Gewehr, Westerwelle hat sich wie Rambo einen Patronengürtel umgelegt und Roth winkt grinsend mit einem Geldbündel. Dass die Opposition eigentlich gar keine Staatsknete verteilen kann, kümmert die INSM dabei nicht. Die heutige Opposition trage in den Landtagen und im Bundestag ebenfalls Verantwortung, heißt es auf der Startseite des Spiels. Entscheidend seien auch nicht nur die tatsächlich umgesetzten Mehrausgaben, sondern auch die Versprechen in den Wahlprogrammen.

Sobald sich der Spieler entschieden hat, mit welcher Politikerfigur er die Hilfsgelder verballern möchte, geht es auch schon los. Pro Mausklick fließen zwei Geldscheine. Die Ziele tauchen unvermittelt auf der Spieloberfläche auf. Es sind die Nutznießer von aktuellen staatlichen Hilfsgeldern und Konjunkturpaketen, aber auch Empfänger, die seit Jahren „auf der Geschenkliste der Politik“ stehen.

Da sind die Autofahrer und die Autoverkäufer, die von der staatlichen Abwrackprämie profitieren und winkend mit ihren Karossen vorbeikurven. Insgesamt fünf Milliarden Euro stellt der Bund in der Realität dafür aus Steuermitteln bereit. Mit Hilfsgeldern beballern lassen sich auch gerne die Landesbanker und Privatbanker. In „Verballer die Staatsknete“ feixen sie dümmlich – und lassen sich das Geld direkt in ihre großen, schwarzen Aktenkoffer schießen. Jenseits der virtuellen Welt muss der Steuerzahler mit Milliarden für die Ausfälle der Landesbanken in der Finanzkrise einspringen. Den angeschlagenen Privatbanken griff der Staat mit einem Rettungspaket in Höhe von 480 Milliarden Euro unter die Arme.

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