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Opel: Jürgen Rüttgers, der Kümmerer

Jürgen Rüttgers gefällt sich in der Rolle als Kümmerer und wahrer Erbe des langjährigen SPD-Landesvaters Johannes Rau. Während die Kanzlerin die Retterpose meidet, scheint sie in diesen Tagen Rüttgers selbstverständliche Körperhaltung zu werden. Uneigennützig ist das nicht.

In der CDU hat Rüttgers Kurs Spuren hinterlassen. Quelle: dpa
In der CDU hat Rüttgers Kurs Spuren hinterlassen. Quelle: dpa

BERLIN. Der Kampf für die Arbeiterklasse kann auch im gehobenen Ambiente stattfinden. So am vergangenen Donnerstag, als sich etwa 20 Manager von in Nordrhein-Westfalen ansässigen Unternehmen im Privathaus eines Ruhrgebietsunternehmers trafen. Auch der Ministerpräsident war zugegen. Doch nicht auf Jürgen Rüttgers ruhten die Hoffnungen der Maschinenbauer und Autozulieferer, sondern auf einen anderen Gast: Scheich Hamdan, Bruder des Königs von Abu Dhabi, Vertreter des reichen Handelsstaates, einer mit viel Geld also.

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Am Rande plauderten Rüttgers und der Scheich auch über Opel. Besonders konkret wurden sie dabei nicht. "Altes Geld ist vorsichtig", sagt einer, der dabei war. Genau habe sich der Scheich nach den Verflechtungen Opels mit GM erkundigt. Doch allein die Nachricht von dem frühabendlichen Treff machte hellhörig. Rüttgers ist als Opel-Diplomat der ersten Stunde immer für eine Wasserstandsmeldung zu den Rettungsbemühungen beim angeschlagenen Autobauer gut.

Während die Kanzlerin die Retterpose meidet, scheint sie in diesen Tagen Rüttgers selbstverständliche Körperhaltung zu werden. Uneigennützig ist das nicht: Im Frühjahr 2010 will Rüttgers erneut die Mehrheit im von 39-jähriger SPD-Regentschaft geprägten Nordrhein-Westfalen holen. Und natürlich weiß er, dass es im Ruhrgebiet brennt, wenn Opel in Bochum kaputt geht. Daher eifert Rüttgers dem langjährigen SPD-Landesvater Johannes Rau nach. In der Rolle des Autoretters, in der Pose des Kümmerers, stilisiert sich der CDU-Mann als Raus wahrer Erbe. Mitte Februar war das für jedermann zu besichtigen: Rüttgers befand sich auf einer längst geplanten US-Reise, in deren Zentrum ein Besuch beim Opel-Mutterkonzern General Motors stand. Von Detroit aus sandte er Neues vom Überlebenskampf des einst weltgrößten Autobauers ins deutsche Frühstücksfernsehen. "Die Manager hier sollen wissen, dass wir es nicht hinnehmen werden, wenn sie einfach so Beschlüsse über Menschen in Nordrhein-Westfalen fassen", sagte er. Markige Sätze waren das, Sätze, die sich noch als gefährlich herausstellen könnten.

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