Opel
Koch will rasche Entscheidung für Magna

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) rechnet mit einer gerechten Lastenverteilung für den Fall eines Arbeitsplatzabbaus in den deutschen Opel-Werken. „Alle Bieter wollen europaweit etwa 11 000 Arbeitsplätze abbauen. Wenn wir es gut machen, tragen wir in Deutschland davon einen geringeren Anteil. Wir wollen jetzt, dass die Lasten so verteilt werden, dass alle Bundesländer damit leben können“, sagte Koch im Interview mit dem Handelsblatt .

BERLIN. Koch reagiert damit auf den Widerstand seines nordrhein-westfälischen Amtskollegen Jürgen Rüttgers (CDU). Dieser hatte das von der Bundesregierung bevorzugte Konzept des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna für einen Einstieg bei Opel abgelehnt. Das Angebot sei nicht akzeptabel, weil es zu stark zulasten der Arbeitsplätze in Bochum ginge, sagte Rüttgers. Nach den ursprünglichen Vorstellungen Magnas sollten 2 200 von 2 500 in Deutschland wegfallenden Arbeitsplätzen am Standort Bochum gestrichen werden.

Jedoch ist Magna offenbar zu Nachbesserungen bereit – auch, weil die Zustimmung NRWs für die Zwischenfinanzierung Opels entscheidend ist. Für den geplanten Kredit in Höhe von mehr als einer Mrd. Euro, den die staatliche Förderbank KfW sowie mehrere Landesbanken zur Verfügung stellen sollen, sind Bürgschaften nötig. Diese Risiken müssen Bund und die Länder mit Opel-Standorten schultern. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll die Zwischenfinanzierung diese Woche stehen.

Nach Ansicht Kochs bietet der Einstieg Magnas dem angeschlagenen Autobauer Opel die beste Zukunftschance. Magna plant eine Beteiligung an Opel von jeweils 35 Prozent für die Opel-Mutter General Motors und die russischen Magna-Partner. Selbst will der Zulieferer nur mit 20 Prozent einsteigen. „Alle Konzepte müssen Wege nennen, wie am Ende genug Autos im Angebot sind, mit denen das Unternehmen im weltweiten Einkauf preisgünstig bestehen kann“, sagte Koch. „Das Wichtige ist, dass man Plattformen hat, mit denen man Teile zu Großserienbedingungen einkaufen kann. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Zugang zum russischen Markt sehr wichtig.“

Den Einstieg der russischen Sberbank als Teil des Magna-Konsortiums sieht Koch nicht als Hindernis. „Wenn die russische Bank Kapital in das Unternehmen steckt, dann kann sie das natürlich tun“, sagte Hessens Regierungschef. „Deutsche Banken werden es zurzeit nicht zur Verfügung stellen, und, man muss es so hart sagen, nicht zur Verfügung stellen können“, betonte Koch.

Auch das Problem der Pensionsverpflichtungen sei kein Stolperstein, sagte Koch. Magna will nach Medienberichten offenbar erreichen, dass der Bund die Pensionslasten von Opel zumindest teilweise übernimmt. „Alle Bieter müssen mit den Pensionskassen verabreden, wie sie die Versicherungsbedingungen weiter gestalten“, sagte Koch. „Wichtig ist, dass diese Frage derzeit zu keinem Ja oder Nein bei den Bietern führt.“

Koch verwies darauf, dass auch der Pensionssicherungsverein der Wirtschaft Interesse daran habe, eine Insolvenz Opels zu vermeiden. „Würde man eine Insolvenz ins Auge fassen, wären die vier Mrd. Euro sofort als volles Risiko dem Pensionssicherungsverein zugestellt“, sagte Koch.

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