Opel-Sanierung
Bundesregierung fertigt General Motors ab

Der GM-Geheimplan zeigt: Opel braucht doch Hilfen in Milliardenhöhe. Aber Bundeswirtschaftsminister Brüderle will hart bleiben. Nun rebellieren die betroffenen Bundesländer. Die geplante Sanierung von Opel steht finanziell auf wackligeren Beinen als bisher gedacht.
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FRANKFURT/BERLIN. Die geplante Sanierung von Opel steht finanziell auf wackligeren Beinen als bisher gedacht. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) peilt nach ersten Unterlagen, die das Unternehmen der Bundesregierung am Montagabend vorgelegt hat, für die rund 3,3 Mrd. Euro teure Restrukturierung etwa 2,7 Mrd. Euro Staatshilfen für die Rüsselsheimer Tochter an. Wie aus dem Restrukturierungsplan hervorgeht, hat GM aber bisher nur Zusagen über rund 700 Mio. Euro von den europäischen Regierungen in Spanien, Polen und Großbritannien erhalten. Die 41-seitige, mit dem Aufdruck "streng geheim" versehene Zusammenfassung des Sanierungsplans liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.

Deutschland rückt damit bei der Finanzierung in eine Schlüsselposition - doch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zeigt GM die kalte Schulter und bringt so die Ministerpräsidenten der Opel-Länder gegen sich auf. GM selbst will nur 600 Mio. Euro für die Sanierung beisteuern - verspricht nun aber erstmals, die Finanzhilfen bis 2014 komplett zurückzuzahlen.

Erstmals liegen damit konkrete Zahlen über die Ansprüche der Amerikaner auf dem Tisch. Einen Tag vor dem am Freitag geplanten Opel-Treffen der EU-Wirtschaftsminister, auf dem der neue Opel-Restrukturierungsplan und mögliche Staatshilfen beraten werden sollen, rückt damit die Finanzierung der Rettungsbemühungen für Opel wieder in den Mittelpunkt. Brüderle, der an dem Treffen am Freitag teilnimmt, wies die Unterlagen von GM umgehend als "nicht tragfähiges Konzept" zurück, das keine Basis für etwaige Staatshilfen darstelle. Die Ministerpräsidenten mit Opel-Standorten halten diese Einschätzung für verfrüht - und erhöhen den Druck auf die Bundesregierung, sich bei den Staatshilfen offen zu zeigen.

Nach den internen Plänen wird der von GM in Europa geplante Stellenabbau geringer ausfallen als bisher erwartet. GM kalkuliert in dem internen Papier mit einem Jobabbau von 8 313 Stellen europaweit. Bisher hatte der neue Opel-Interimschef Nick Reilly von rund 9 000 Stellen gesprochen, die abgebaut werden müssten - mindestens die Hälfte davon in Deutschland. Laut den Unterlagen stehen im Stammwerk Rüsselsheim gut 2 300 Stellen in Produktion, Verwaltung und in der Entwicklung auf der Kippe. Das Werk Bochum muss um 1 799 Stellen bangen und Eisenach und Kaiserslautern um jeweils etwa 300 Jobs in der Produktion.

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  • Vorhersagen ernst nehmen!

    Debatten vergebens!

    Opel kann man nicht mehr helfen!

    Jetzt die Notbremse ziehen und Reagieren!

    Auch eine Aktiengesellschaft für Opel hat keine Wirkung!

    Auch Steinmeier nicht!

    Auch GM - Chef Anderson hat die Flinte in Korn geworfen.

    Finanzchef Molinari hat Handtuch geworfen!

    Auch Rainer brüdeles kalte Schulter zeigt das Signal!

    GM auch nicht !

    Mfg


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