Opfer fechten Entscheidung an
Urteil zum La-Belle-Anschlag wird geprüft

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen hat am Dienstag vor dem Bundesgerichtshof (BGH) die Revisionsverhandlung über den Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek „La Belle“ vor mehr als 18 Jahren begonnen.

HB LEIPZIG. Die Bundesanwaltschaft und zahlreiche Opfer des Attentats auf das vor allem von US-Soldaten besuchte Tanzlokal fechten das Urteil des Berliner Landgerichts vom November 2001 vor dem 5. BGH-Senat als zu milde an. Nach vierjährigem Prozess waren ein Libyer, zwei gebürtige Palästinenser und eine Deutsche zu Haftstrafen zwischen zwölf und 14 Jahren verurteilt worden. Gleichzeitig hatten die Berliner Richter Libyen eine „erhebliche Mitverantwortung“ an dem Anschlag zugeschrieben.

In dem Lokal waren am 5. April 1986 drei Menschen getötet und mehr als 200 zum Teil schwer verletzt worden. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Freiheitsstrafen wegen Mordes und Mordversuchs gegen die vier Angeklagten beantragt.

Der Bombenanschlag gilt als Racheakt Libyens gegen die USA. Eine nach dem libyschen Staatschef Muammar Gaddafi benannte Stiftung hat sich im vergangenen Jahr zu einer Entschädigung der Opfer und Hinterbliebenen bereit erklärt. Eine Einigung über Entschädigungszahlungen gilt als Voraussetzung für die Rückkehr Libyens in die internationale Gemeinschaft. Die Verhandlungen zwischen Stiftung und Opferanwälten waren nach einer fünften Runde am vergangenen Wochenende bis Mitte Juli vertagt worden. Für das Revisionsverfahren hat der in Leipzig ansässige 5. Senat zwei Verhandlungstage geplant. Eine Entscheidung wird voraussichtlich am 24. Juni verkündet.

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