Opladen wird geschlossen
Hungerstreik konnte Bahnwerk nicht retten

Auch der zweiwöchige Hungerstreik von zwei Dutzend Betriebsräten hat das Ausbesserungswerk der Bahn in Opladen nicht retten können. Die Entscheidung fiel nach einem Spitzengspräch in Berlin: Das Werk wird geschlossen.

HB/ap BERLIN. Nach einem kurzfristig einberufenen Spitzengespräch bei Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe teilten die Bahn und das Ministerium am Freitag in Berlin mit, das Bahnwerk werde trotz der heftigen Proteste wie geplant zum Jahresende geschlossen. Die Gespräche hätten ergeben, dass es keine Alternativen dazu gebe. Die Betriebsräte beendeten daraufhin den Hungerstreik, wie der Betriebsratsvorsitzende Kuno Dreschmann erklärte.



Alle Beteiligten an dem Gespräch - neben Bahnchef Hartmut Mehdorn und Stolpe auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement und der Vorsitzende der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, appellierten an die Beschäftigten, ihre Streikmaßnahmen zu beenden. Die Bahn betonte: „Keinem Beschäftigten wird gekündigt. Jeder Beschäftigte des Bahnwerkes erhält ein Arbeitsplatzangebot.“

Einer der hungerstreikenden Betriebsräte sagte in einer ersten Reaktion: „Im Moment empfinde ich nur Wut.“ Die derzeit noch rund 420 Beschäftigten in Opladen berieten am Nachmittag auf einer Betriebsversammlung über das weitere Vorgehen und beschlossen das Ende des Hungerstreiks.

Keine akzeptablen Entscheidungsgründe

Rund zwei Dutzend Betriebsräte waren vor zwei Wochen aus Protest gegen die bereits vor zwei Jahren angekündigte Schließung des Opladener Werkes in den Hungerstreik getreten. Am Mittwoch hatten mehrere hundert Beschäftigte vorübergehend sogar das Werksgelände besetzt. Die Beschäftigten hofften, das erst 1999 mit Millionenaufwand modernisierte Werk retten zu können.

Doch hieß es in der nach dem Spitzengespräch in Berlin veröffentlichten Erklärung: Weder die Fortführung des Werkes durch die Bahn AG, noch die durch einen Investor könne erfolgreich sein. Die Gewerkschafter erklärten, sie könnten die Entscheidungsgründe nicht akzeptieren, sie sähen aber mangels Alternativen ihre Verantwortung darin, für die Beschäftigten geeignete Ersatzarbeitsplätze zu vermitteln.

Der überwiegende Teil der von der Bahn angebotenen Ersatz-Arbeitsplätze liegt in Nordrhein-Westfalen. Dabei handelt es sich unter anderem um Stellen als Schlosser und Elektriker, als Zugführer, aber auch als Sicherheitsposten, gastronomischer Zugbetreuer, Kundenbetreuer und Landschaftspfleger, wie die Bahn mitteilte.

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