Oppermann und Steinmeier
SPD-Führung steht hinter Sigmar Gabriel

Führende Parteifreunde sehen Gabriel als „natürlichen Kanzlerkandidaten“ und sagen ihre Unterstützung zu. Ein Rücktritt kommt für ihn trotz schlechtem Ergebnis bei der Wiederwahl zum SPD-Parteichef nicht in Frage.

BerlinFührende SPD-Politiker haben dem bei seiner Wiederwahl abgestraften Vorsitzenden Sigmar Gabriel den Rücken gestärkt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier wie auch Fraktionschef Thomas Oppermann betonten, sie sähen Gabriel als den künftigen Kanzlerkandidaten. Der verteidigte seinen Kurs und erklärte das Wahlergebnis beim Parteitag mit schwierigen Entscheidungen der vergangenen Monate.

„Ich habe meiner Partei im vergangenen Jahr eine Menge zugemutet, das stimmt. Das gilt für die Vorratsdatenspeicherung, die Vermögensteuer-Frage, aber auch für Bewertungen der Flüchtlingslage. Aber wann, wenn nicht jetzt, sollten wir das klären?“, sagte Gabriel der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Auf dem Parteitag vor gut einer Woche hatte er für einen Kurs geworben, der die arbeitende Mitte anspricht. Bei seiner Wahl fuhr der Vizekanzler mit 74,3 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis ein.

Oppermann sagte zu Spiegel Online, als Parteichef sei Gabriel der „natürliche Kanzlerkandidat“. „Seine erfolgreiche Politik in dieser Bundesregierung prädestiniert ihn dafür, unser Kanzlerkandidat zu sein.“ Zudem könne er Wahlkampf wie kaum ein anderer. Gabriel sei ein erfolgreich kämpfender SPD-Vorsitzender mit viel politischer Substanz. Es handele sich um ein Ergebnis für einen Vorsitzenden „mit Ecken und Kanten“. Ein robuster Parteichef wie er könne damit auch umgehen.

Steinmeier sagte, Gabriel verdiene die vollste Zustimmung der SPD. „Und natürlich kann er Kanzler, nicht nur Kanzlerkandidat“, sagte er dem „Spiegel“. Die Entscheidungen aus nahezu allen Politikbereichen, die Gabriel täglich treffen müsse, könnten nicht immer allen gefallen. Dies sei aber keine Rechtfertigung für das Verhalten mancher Delegierter. „Der eingetretene Schaden trifft die SPD als Ganzes“, sagte Steinmeier. Oppermann bezeichnete es als Frage der politischen Klugheit, den Vorsitzenden zu unterstützen.

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30 Prozent sind Gabriels Ziel

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