Opposition will Studiengebühren zur Hochschul-Finanzierung einführen: Regierung plant Sonderförderung für Elite-Unis

Opposition will Studiengebühren zur Hochschul-Finanzierung einführen
Regierung plant Sonderförderung für Elite-Unis

Mit einem Wettbewerb will die Bundesregierung einem Bericht zufolge die deutschen Elite-Universitäten ermitteln, die mit Sonderförderung rechnen dürfen. Die Opposition setzt hingegen auf Studiengebühren.

HB BERLIN. Die Planungen der Bundesregierung zur Einrichtung und Förderung so genannter Elite-Universitäten nehmen einem Bericht zufolge Gestalt an. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) wolle noch in diesem Jahr einen Wettbewerb unter den deutschen Hochschulen starten, berichtet das Nachrichtenmagazin «Spiegel».

Die Hochschulen seien im Rahmen des Wettbewerbs dazu aufgefordert, in umfangreichen Bewerbungsunterlagen ihre Stärken in Forschung und Lehre darzustellen. Der Uni-Wettstreit nach dem Vorbild des Bioregio-Wettbewerbs soll dazu dienen, die deutschen Spitzenuniversitäten zu finden.

Die künftigen Elite-Hochschulen werden von einer Jury ausgewählt, der in erster Linie Wissenschaftler angehören sollen. Diese würden jährlichen mit 10 bis 50 Millionen Euro aus der Bundeskasse gefördert, hieß es weiter. Mit dem Bioregio-Wettbewerb hatte der damalige Forschungsminister Jürgen Rüttgers (CDU) die bedeutendsten deutschen Biotechnologieregionen ermittelt, die ebenfalls mit Millionenbeträgen unterstützt wurden.

Bei der so genannten Projektförderung will Bulmahn laut «Spiegel» künftig stärker auf Technologien «mit einer Perspektive auf wirtschaftliches Wachstum» setzen. Vor allem die Gen-, Nano- und Biotechnologie könnten mit Unterstützung rechnen. Auch die großen Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck- und die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Helmholtz-Gemeinschaft sollen mehr Geld bekommen. Diese sollen sich im Gegenzug zu einer effizienten Verwendung der Gelder verpflichten, hieß es.

Unterdessen setzt die Opposition offenbar auf Studiengebühren, um den Spitzen-Hochschulen mehr Geld zu verschaffen. Die Unionsparteien wollen dazu das im Hochschulrahmengesetz festgelegte Verbot von Studiengebühren aufheben, berichtet die «Berliner Zeitung» vom Wochenende. Zudem sollen die Hochschulen künftig selbst ihre Studenten auswählen dürfen. Ein entsprechendes Papier solle am kommenden Dienstag in der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion verabschiedet werden, heißt es in dem Bericht. Auch bei der Besoldung der Professoren wolle die Union den Hochschulen mehr Freiräume verschaffen.

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