Oppositionsforderung: Kramp-Karrenbauer ebenfalls für höheren Spitzensteuersatz

Oppositionsforderung
Kramp-Karrenbauer ebenfalls für höheren Spitzensteuersatz

Die rot-grüne Opposition bekommt bei ihrer Forderung nach einer Anhebung des Spitzensteuersatzes Unterstützung aus dem Saarland. Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will Besserverdiener ebenfalls stärker besteuern.
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BerlinDie saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) unterstützt die Forderungen nach einer Anhebung des Spitzensteuersatzes. Selbst eine Erhöhung wieder auf das in den 90er Jahren geltende Niveau von 53 Prozent „wäre auch noch einmal möglich", sagte Kramp-Karrenbauer am Freitagabend dem Deutschlandradio Kultur. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wies FDP-Forderungen nach einem Abbau des Soli zurück.

Einen höheren Spitzensteuersatz fordern auch die Oppositionsparteien im Bundestag sowie Sozialverbände. Für die Ausgestaltung gibt es allerdings unterschiedliche Modelle. Kramp-Karrenbauer verlangte, es müsse eine Lösung gefunden werden, die für den Mittelstand und die Personengesellschaften „keine zusätzliche Belastung herbeiführt".

Führende SPD-Politiker hoben hervor, dass ihre Pläne nur Bezieher hoher Einkommen treffen würden. Der höhere Spitzensteuersatz mache sich erst ab einem Monatseinkommen von rund 6000 Euro bemerkbar, sagte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück der „Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Der Grenzwert liege bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 64.000 Euro. Der volle Spitzensatz von nach den SPD-Plänen 49 Prozent solle ab 100.000 Euro Jahreseinkommen gelten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel versicherte im Berliner „Tagesspiegel", das Geld werde nicht „verpulvert", sondern in Schuldenabbau und Bildung investiert. „Wir planen Belastungen, aber nur für Vermögende", sagte auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles der „Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Wenn ein Alleinverdiener mit 70.000 Euro Jahresbrutto pro Monat 2,83 Euro mehr zahlen müsse, dann sei dies zumutbar.

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Kramp-Karrenbauer ebenfalls für höheren Spitzensteuersatz

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Schäuble will den Soli nicht senken

Kommentare zu " Oppositionsforderung: Kramp-Karrenbauer ebenfalls für höheren Spitzensteuersatz"

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  • Früher gab es mal "den Zehnten". Alles was darüber hinausging war auf Dauer nicht durchsetzbar. Heute drückt jeder seine 40-60% ab und die meisten wissen nicht einmal mehr, was "der Zehnte" überhaupt bedeutet. Somit geht jeder Leistungsanreiz über das Normalmaß verloren.

  • Letztlich hängt es von den Details ab, ob eine höherer Steuersatz sinnvoll ist.
    49% oder 53% ab 100.000 € Einzelveranlagung halte ich für richtig, aber nur mit einem Tarif der der Inflationsanpassung zugrundeliegt.
    Aus Erfahrung weiß ich, dass viele mit solchen Einkommen ihren Reichtum unterschätzen, weil ihr Ausgaben Profil allmählich gewachsen ist und beruflicher Stress und Aufwand durch Konsum kompensiert wird.
    Auf der anderen Seite sind die ständigen Forderungen und Neiddebatten nicht gerade förderlich für die Solidariät und erhöhen pradoxerweise wiederum den Aufwand und die Kosten um den Wohlstand zu erhalten.
    Ich bin aus diesem Irrsinn ausgestiegen, dafür zahle ich dann zwar keine Einkommenssteuern mehr, habe meinen Konsum drastisch eingeschränkt und lebe trotzdem besser als vorher.
    Damit sich außerordentliche Anstrengungen lohnen, muss man in Deutschland mittlerweile viel zu viel Aufwand treiben, der nichts mit der Tätigkeit zu tun hat, dafür müssen Gehälter dann schon sehr hoch sein. Auch das trägt zur sozialen Spaltung bei.

    H.

  • Licht
    ich kann Ihnen nur zustimmen
    Die ganze Merkel-CDU scheint im Kommunismus gelandet zu sein

  • @Fredi sagt: "Wenn ein Alleinverdiener mit 70.000 Euro Jahresbrutto pro Monat 2,83 Euro mehr zahlen müsse, dann sei dies zumutbar." Das rechnen Sie mal bitte vor. Das halte ich für eine unhaltbare Behauptung. Sollten Sie recht haben (ich bin sicher, das ist nicht der Fall) wäre die Systemumstellung bei den Finanzämtern teuerer als die Einführung.

  • @Licht: volle Zustimmung. Aber die CDU versucht (trotzdem) es allen Recht zu machen. Nur mangels intellektuell völlig versagender Opposition, der es an Glaubwürdigkeit (SPD:Steinbrück als Millionär; Grüne: keine Kompentenz gefunden) und an Fachkompetenz (Doppelte Staatsbürgerschaft, Steuersystem, Sozialsysteme, Außenpolitik, Innenpolitik (mit wenigen Ausnahmen)) mangelt, wird sie wieder für viele das kleinere Übel sein. Das ist schon schlimm genug. Mal sehen, wie sich die AfD entwickelt.

  • Wenn dann neben Investitionen in Bildung und dem Schuldenabbau auch die kalte Progression abgeschafft (und im Idealfall um zehn Jahre 'zurückgedreht') werden würde, könnte ich damit leben.
    Doch ich fürchte, dass das Geld im ESM versickern wird. Oder in Euro-Bonds...

    Schließlich müssen wir doch die Staaten unterstützen, die mit ihren Schulden den Aufbau des Privatvermögens ihrer Bürger ermöglicht haben.

  • Für 2011 beträgt das Durchschnittseinkommen 30.268 Euro (West) beziehungsweise 26.484 Euro (Ost).

    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/01MagazinSozialesFamilie/2012/04/04.html?context=Inhalt,1

  • Schade,das sich hier nur FDP Wähler tummeln!

  • Kommt davon, daß 90% der Menschen unter 64T€ haben! Das ist das eigentlich erschreckende!

    Zum Vergleich: Quants haben 2012 650Mio allein an Dividende kassiert; 2010 waren es noch 365Mio;

    Nur mal um Relationen herzustellen!

  • "Wenn ein Alleinverdiener mit 70.000 Euro Jahresbrutto pro Monat 2,83 Euro mehr zahlen müsse, dann sei dies zumutbar."
    Was hat denn die CDU vor?
    - Einführung Autobahnmaut für PKW
    - Umbau (Erhöhung) Mehrwertsteuer!!

    All das trifft natürlich wie immer primär die unteren und mittleren Einkommen. Aber so ist sie die CDU/FDP und auch die populistische AfD!

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