Ost-Patzer
Merkel distanziert sich von Stoiber

Die Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel hat die Aussagen des CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber zu ostdeutschen Wählern gerügt: "Wählerbeschimpfung ist das Falscheste, was wir brauchen", sagte Merkel am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Berlin Mitte". Alles, was dazu beitrage, dass Deutschland "eher wieder gespalten wird als dass wir zur Einheit kommen, ist völlig kontraproduktiv".

HB BERLIN. "Ich will Kanzlerin aller Deutschen werden", betonte Merkel. Die Wahlen würden in jedem Landesteil gewonnen. Sie kündigte an, sich nun auch besonders in den neuen Ländern zu bemühen - "mit Zuneigung und Ehrlichkeit". "Es geht um den Kampf um jede einzelne Stimme." Zur Äußerung Stoibers, der bedauert hatte, dass es nicht "überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern" gebe, sagte Merkel, Bildung und Klugheit seien "sicherlich unterschiedlich verteilt, aber sicher nicht regional". Zugleich betonte sie: "Stoiber und ich können nur gemeinsam gewinnen."

Der CSU-Landesgruppenchef, Michael Glos, betonte als Reaktion auf die Äußerung von CSU-Chef Edmund Stoiber: "Völlig klar ist: Die Wählerinnen und Wähler im Osten sind genauso klug wie Menschen anderswo", sagte Glos in der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag). Glos hob hervor, dass sich Stoiber "an keiner Stelle über die Intelligenz der Ostdeutschen geäußert" habe. "Richtig ist, dass ihn die Sorge um das Wahlergebnis für die CDU in Ostdeutschland umtreibt, nachdem 2002 die Wahl ein Stück weit im Osten entschieden wurde."

Stoiber: "Ich möchte wachrütteln"

Wahlen könnten nur gewonnen werden, "wenn überall in Deutschland das Wählerpotenzial möglichst hoch ausgeschöpft wird". Es sei "doch natürlich", dass zwischen Nord- und Süddeutschland unterschiedliche Wahlkampf-Schwerpunkte gesetzt würden, "so wie es Unterschiede zwischen Zeitz und Zwiesel gibt". Es käme auf das Ergebnis an, sagte Glos. "Angela Merkel muss Kanzlerin werden."

Stoiber selbst wies den Vorwurf der Wählerbeschimpfung zurück. "Meine Äußerungen werden missgedeutet. Ich beschimpfe niemanden. "Ich möchte wachrütteln", sagte der Ministerpräsident der "Bild"-Zeitung. Es sei in der Debatte "viel zu wenig bewusst, welche Folgen es hätte, wenn (die Spitzenkandidaten der Linkspartei Oskar) Lafontaine und (Gregor) Gysi über die künftige Bundesregierung mitentscheiden würden".

Seite 1:

Merkel distanziert sich von Stoiber

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%