Ostdeutschland
Hoffen auf ein Ende des Ärztemangels

Die neue Arbeitnehmerfreizügigkeit spült jährlich geschätzte 150.000 Zuwanderer auf den deutschen Arbeitsmarkt. Der Osten hofft dabei besonders auf qualifizierte Ärzte. Sie sollen helfen, den Medizinermangel zu lindern.
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MagdeburgDie Öffnung des Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer aus Osteuropa kann nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Arbeits- und Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) auch zur Linderung des Ärztemangels in seinem Land beitragen.

„Ich hätte Interesse daran, wenn Ärzte zu uns kommen, dass sie dauerhaft bei uns bleiben und nicht nach ein paar Jahren wieder weggehen“, sagte Bischoff in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Bedarf an Medizinern sei groß, vor allem auf dem Land. „Den werden wir mit eigenen Ärzten so schnell nicht decken können.“ In Sachsen-Anhalt fehlen aktuell etwa 700 Mediziner.  

„Es wäre ein Riesenvorteil, wenn durch die Freizügigkeit am Arbeitsmarkt der eine oder andere Arzt sagt, es ist viel leichter hier herzukommen“, sagte Bischoff. Wenn Ärzte aus Osteuropa auch mit Familien kämen, wäre dies besonders gut. „Junge Menschen und Familien mit Kindern bereichern das Leben in unseren Regionen. Mit unserer gut ausgebauten Kinderbetreuung können wir dazu beitragen, dass diese jungen Fachkräfte wirklich auf Dauer in Sachsen-Anhalt bleiben.“

Voraussetzung für eine Zuwanderung von Fachkräften seien aber bundesweite Erleichterungen und einheitliche Regelungen, damit zum Beispiel Abschlüsse von Ärzten und weiteren Fachkräften aus den osteuropäischen EU-Ländern in Deutschland unbürokratisch anerkannt werden, sagte der Sozialminister.  

Bundesweit wird laut Schätzungen mit etwa 150.000 Zuwanderern gerechnet, die mit der Öffnung des Arbeitsmarktes jährlich nach Deutschland kommen. Für Sachsen-Anhalt rechnet Bischoff mit weniger als 3000 Menschen. Ähnlich wie Wirtschaftsforscher erwartet er, dass die Arbeitnehmer aus Polen oder Tschechien vor allem in den alten Bundesländern einen Job suchen. Dort gebe es mehr Arbeitsplätze, die Bezahlung sei besser und oftmals seien dort schon Landsleute. „Ich glaube, dass die Gefahr der Verdrängung von Arbeitsplätzen für Sachsen-Anhalt nicht das Problem darstellen wird“, sagte Bischoff.   

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein Studium kostet. Was der Arzt abbrechnen darf ist in der GOÄ festgelegt. Ärzte verdienen oft schlechter als Handwerker. Die Polen werden bei den Tarifen nicht im Osten überleben können.
    Beispiele:
    Wegegeld bei Nacht 25km für 25,56€. Versuch dafür mal nen Taxi zu bekommen.

    Nr. 3 Preis: 8,74€
    Eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung auch mittels Fernsprecher

    Nr. 11 Preis: 3,50€
    Digitaluntersuchung des Mastdarms und/oder der Prostata


    Nr. 62 Preis: 8,74€
    Zuziehung eines Assistenten bei operativen belegärztlichen Leistung oder bei ambulanter Operation durch niedergelassene Ärzte, je angefangene halbe Stunde

    Nr. 1080 Preis 8,18€
    Entfernung eines Fremdkörpers aus der Scheide eines Kindes

    Nr. 1027 Preis 48,50€
    Entbindung durch Zange

    Nr. 2327 Preis 27,57€
    Einrichtung eines gebrochenen Oberarmknochens

    Nr. 460 Preis: 23,55€
    Kombinationsnarkose mit Maske, Gerät auch Insufflationsnarkose , bis zu einer Stunde

    Nr.6001 Preis 134,06€
    Vollständige innere Leichenschau, die zusätzliche besonders zeitaufwendige oder umfangreiche ärztliche Verrichtungen erforderlich macht (z. B. ausgedehnte Untersuchung des Knochensystems oder des peripheren Gefäßsystems mit Präparierung und/oder Untersuchung von Organen bei fortschreitender Zersetzung mit bereits wesentlichen Fäulniserscheinungen) einschließlich Leichenschaubericht und pathologisch-anatomischer Diagnose

  • Vollse Zustimmung.
    Rot-Grün hat dieses zynische Gesetz installiert.
    Oder soll ein neuer Schuldkult aufgebaut werden?
    Heißt es in 10 Jahren z. B. aus Polen: die bösen Deutschen haben uns unsere Fachkräfte weg genommen?
    Kommen gar wieder Forderungen nach Entschädigung, z. B. derartz, weil man uns Ausbeutung vorwirft? Wenn heir über Leihfirmen die Polen zu Dumpinlöhnen arbeiten?
    Als zweites bin ich mir nicht sicher, ob da immer Fachkräfte kommen.
    Sind das ausgebildete Pflegekräfte?
    Schon komisch, dass jetzt auf einmal angeblich so viele Altenpfleger kommen wollen. Haben die eine fundiere Ausbildung so wie bei uns?
    Was derzeit abläuft, kann nicht gut gehen.
    Aber unsren kriminellen Politikern ist das egal, sie wollen nur Deutschland abchaffen auf Teufel komm raus

  • Für einen Hausbesuch bekommt ein Hausarzt weniger als ein Taxifahrer der die gleiche Strecke nur fährt!
    Der Taxifahrer hat dagegen kein langjähriges Studium, Facharztausbildung, Kredite für Praxis, Angestellte und auch nicht die gleiche Verantwortung.

    Einfach mal darüber nachdenken...

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