Deutschland
Osten macht CDU ratlos

Angesichts der hohen Umfragewerte der Linkspartei in Ostdeutschland steigt die Nervösität in der CDU. Immer mehr Christdemokraten fordern eine spezielle Wahlkampf-Strategie für die neuen Länder. Helfen soll dabei die ostdeutsche Herkunft von Kanzlerkandidatin Angela Merkel.

HB BERLIN. "Es muss auf die spezifische Situation in Ostdeutschland eingegangen werden. Die Ansprache und die Schwerpunkte müssen anders sein als im Westen", sagte Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer der Berliner Zeitung. Es gebe in den neuen Ländern ein anderes Gefühl für die Themen Gerechtigkeit und Solidarität.

Auch Thüringens CDU-Generalsekretär Mike Mohring erklärte: "Das Wahlprogramm alleine nützt nichts, wenn man es nicht vermittelt." Die CDU müsse auf Emotionen setzen und klar zum Ausdruck bringen, dass die Probleme der Ostdeutschen erkannt seien. Zudem müsse die ostdeutsche Herkunft von Kanzlerkandidatin Angela Merkel stärker betont werden. "Das ist ein strategischer Vorteil. Dieses Pfund müssen wir im Osten einsetzen." Die neue Linkspartei mit Oskar Lafontaine und Gregor Gysi an der Spitze sei definitiv der größte Gegner der Union im Osten.

"Wir haben eine andere Situation als in den alten Ländern. Das muss im Wahlkampf berücksichtigt werden", sagte auch Brandenburgs CDU-Generalsekretär Sven Petke. "In der Bevölkerung gibt es ein Gefühl des Im-Stich-gelassen-worden-Seins. Wir müssen den Betroffenen Antworten anbieten." In der Ost-CDU wurde gewarnt, bereits die letzte Bundestagswahl habe die Union im Osten verloren. "Es besteht die Gefahr, dass sich das wiederholt."

Das geplante Linksbündnis könnte nach aktuellen Umfragen bei einer Bundestagswahl stärkste Partei in Ostdeutschland werden (dreizeit rund 30 Prozent). Bundesweit erreicht die neue Linkspartei aus PDS und Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) gegenwärtig zwischen elf und zwölf Prozent und wäre damit drittstärkste Kraft.

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