Ostermärsche
Zehntausende marschieren gegen Krieg und Atomkraft

Die Ostermärsche verzeichnen einen Zulauf wie lange nicht mehr. Der Atom-GAU von Fukushima und die Nato-Angriffe in Libyen haben Friedensaktivisten und AKW-Gegner auf die Straßen getrieben.
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Nach Angaben der Veranstalter demonstrierten am Montag rund 120.000 Menschen an zwölf Atomanlagen in ganz Deutschland für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraftnutzung. Bei 80 Ostermärschen durch insgesamt 100 Städte forderten die Teilnehmer einen Abzug der letzten in Deutschland noch gelagerten US-Atomwaffen, Friedensgespräche in Libyen und Verhandlungen auch mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan.

Alleine am AKW-Standort Grohnde versammelten sich den Angaben zufolge rund 20.000 Demonstranten. In Biblis und Grafenrheinfeld waren es den Veranstaltern zufolge jeweils 15.000. Bisher komme von der Bundesregierung nur Ausstiegsrhetorik, kritisierte etwa die Anti-AKW-Bewegung „Ausgestrahlt“. Ob und wie viele Atomkraftwerke nach dem Moratorium wirklich stillgelegt würden, sei noch völlig offen.

Die Protestveranstaltungen seien für viele AKW-Standorte die größten Aktionen seit Jahrzehnten gewesen, erklärten die Veranstalter. Demonstrationen gab es auch im bayerischen Grundremmingen, an der Urananreicherungsanlage im nordrhein-westfälischen Gronau oder am Atommüll-Lager Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Auch im Ausland gab es Veranstaltungen, so im französischen Cattenom mit rund 5000 Teilnehmern.

Zulauf hatten auch die traditionellen Ostermärsche, die sich teils mit den Anti-AKW-Protesten verschränkten. Nach Angaben des Veranstalter-Netzwerkes Friedenskooperative in Bonn wurden mehrere Zehntausend Teilnehmer gezählt. Auch dank des guten Wetters hätten sich deutlich mehr Menschen an den Protesten beteiligt als im Vorjahr. Ihren Höhepunkt hatten die Ostermärsche vor 30 Jahren im Kampf gegen die Neutronenbombe und die damaligen Atomraketen-Nachrüstungsbeschlüsse der Nato.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ostermärsche: Zehntausende marschieren gegen Krieg und Atomkraft"

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  • "Bei 80 Ostermärschen durch insgesamt 100 Städte forderten die Teilnehmer ... Verhandlungen auch mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan."

    In 10 Jahren werden dann die TeilnehmerInnen die Einführung der Scharia fordern.
    Der Verblödungskreisel dreht sich leider immer in Deutschland ganz besonders schnell. War in der Nazizeit auch nicht anders. Nachher will keiner etwas gewußt haben.

    Die meisten Deutschen waren bei dem skurrilen Spektakel unter reger Beteiligung der Amtskirchen diesmal auch nicht dabei. Leider ist es aber der behäbigen schweigenden Mehrheit immer noch egal, wenn eine dreiste Minderheit ihr auf der Nase rumtanzt.

  • Jaja.
    Millionen Fliegen können nicht irren.
    Und ich ärgere mich, warum ich nicht auf den Rummel gehe.
    Jeder Mensch hat wohl andere Präferenzen fürs Wohlfühlen...

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