Paket-Lösung
RAG soll komplett an die Börse

Die Aufspaltung des Mischkonzerns RAG ist vom Tisch: Nach Angaben gut informierter Kreise verständigten sich Union und SPD in ihrer Koaltionsrunde darauf, das Essener Unternehmen als eine Einheit im kommenden Jahr an die Börse zu bringen. Weiterhin unklar ist jedoch, welche Rolle der derzeitige RAG-Vorsitzende Werner Müller dabei spielen soll.

str/HB BERLIN. Der RAG-Konzern wird im Ganzen privatisiert. Eine Zerschlagung des Unternehmens sei definitiv vom Tisch, die Spitzen von SPD und Union hätten sich am Montag Abend darauf verständigt, den "weißen" Teil des Unternehmens – bestehend aus den Bereichen Chemie (Degussa), Energie (Steag) und Immobilien – wie angekündigt im Paket an die Börse zu bringen, bestätigten Koalitionskreise.

In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen gegeben, der Konzern könnte möglicherweise zerschlagen werden. Auslöser war das Angebot des Lanxess-Konzerns, allein für Degussa bis zu sechs Mrd. Euro zu zahlen. Das Angebot lag damit über dem Wert von 5,4 Mrd. Euro, der laut Gutachten für den gesamten Konzern zu erwarten ist. Aus dem Erlös des Börsgengangs soll eine Kohlestiftung finanziert werden, aus deren Erträgen die so genannten Ewigkeitslasten des Bergbaus bestritten werden sollen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) begrüßte die Einigung auf einen Börsengang der RAG im Gesamtverbund. „Für Nordrhein-Westfalen ist der gemeinsame Börsengang des „weißen Bereichs“ der RAG die industriepolitisch beste Lösung, die auch die Interessen der Arbeitnehmer schützt“, sagte Rüttgers am Dienstag in Düsseldorf.

Das Lanxess-Angebot hatte in der Politik ein neues Nachdenken ausgelöst. Zwar war es immer die offizielle Linie der NRW-Landesregierung und auch der Bundesregierung, den Börsengang des gesamten weißen Bereichs ansuzstreben. Hinter den Kulissen hatte es aber insbesondere in der Union eine wachsende Zustimmung für eine Zerschlagung gegeben. Die SPD hatte die Zerschlagung stets strikt abgelehnt.

Weiter umstritten bleibt, wer künftig der Kohlestiftung vorsitzt. Die SPD fordert, den früheren Bundeswirtschaftsminister und heutigen RAG-Vorsitzenden Werner Müller an die Spitze der Stiftung zu berufen, die Union lehnt dies ab. Beim Treffen des Koaltitonsausschusses habe man in dieser Frage keine Annäherung erzielt, hieß es in Koalitionskreisen.

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