Panama Papers

Deutsche Firmen sollen Eigentümer offenlegen

Nach dem Skandal um die Panama-Papiere fordert die Bundesregierung gläserne Firmen, um der systematischen Verschleierung ein Ende zu setzen. Weltweit brachte der Skandal Politiker, Prominente und Banken in Erklärungsnot.
Die „Süddeutsche Zeitung“ und das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) haben herausgefunden, dass die Kanzlei rund 214.000 Firmen für Kunden auf der ganzen Welt gegründet hat. Quelle: AP
Die Kanzlei Mossack Fonseca in Panama

Die „Süddeutsche Zeitung“ und das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) haben herausgefunden, dass die Kanzlei rund 214.000 Firmen für Kunden auf der ganzen Welt gegründet hat.

(Foto: AP)

BerlinDie Bundesregierung will als Konsequenz aus der Enthüllung von Tausenden Briefkastenfirmen in Panama deutsche Unternehmen zur Offenlegung ihrer Eigentümer zwingen. Justizminister Heiko Maas kündigte am Dienstag ein nationales Transparenzregister an: „Die systematische Verschleierung muss ein Ende haben.“

Weltweit brachten die „Panama-Papers“ Politiker, Prominente und Banken in Erklärungsnot. Argentiniens Präsident Mauricio Macri wies den Verdacht zurück, er habe eine Scheinfirma betrieben. Der Chef der ukrainischen Steuerverwaltung kündigte an, die Finanzen von Präsident Petro Poroschenko unter die Lupe zu nehmen.

In China beschränkten die Behörden die Berichterstattung. Den Recherchen eines Journalistennetzwerkes zufolge haben auch Verwandte von Präsident Xi Jinping Briefkastenfirmen in Mittelamerika genutzt.

Die „Süddeutsche Zeitung“ und das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) hatten rund 214.000 Firmen enthüllt, die die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama für Kunden auf der ganzen Welt gegründet hat. Der Zeitung zufolge sind darunter auch Tausende Deutsche, die dabei von mindestens 28 deutschen Banken unterstützt worden seien.

Die Ankündigung des deutschen Transparenzregisters ist an sich nicht überraschend, weil die Bundesregierung ohnehin bis 2017 die vierte EU-Geldwäscherichtlinie umsetzen muss, die Register vorsieht. Maas will allerdings, dass die aufgeführten wirtschaftlich Berechtigten des Unternehmens öffentlich gemacht werden: „Nur mit mehr Transparenz werden wir der systematischen Verschleierung etwas entgegensetzen können.“

Wer die Register einsehen dürfen soll, ist in der Regierung bisher umstritten. Maas räumte ein, dass sich Probleme mit Briefkastenfirmen durch ein Transparenzregister allein nicht lösen lassen: „Wir können das zunächst einmal nur für Deutschland regeln, für geschäftliche Konstruktionen, die es in Deutschland gibt.“

Im Ausland gegründete und geheimgehaltene Firmen würden in dem Register nicht erfasst. Maas argumentierte aber, wer international für mehr Transparenz eintrete, müsse zuerst die entsprechenden Regelungen in seinem eigenen Land einführen.

Argentinischer Präsident weist Vorwürfe von sich
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