Pannenreserve
Bundeswehr schickt mehr Tornados nach Afghanistan

Nachdem das Bundesverfassungsgericht grünes Licht gegeben hat, starten nun die ersten Tornados der Luftwaffe nach Afghanistan. Zehn Maschinen fliegen am Montag Richtung Hindukusch – vier mehr als der Bundestag für den Einsatz freigegeben hat. Einem Medienbericht zufolge hat dies einen ganz bestimmten Grund.

HB BERLIN. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Sonntag die Zahl der abfliegenden Maschinen. Er nahm aber nicht Stellung zu einem „Spiegel“-Bericht, demzufolge es Bedenken an der Einsatzfähigkeit der Aufklärungsflugzeuge gibt.

Das Magazin hatte berichtet, dass zehn Maschinen nach Afghanistan starten würden, weil es die Sorge gebe, dass mehrere Maschinen aus technischen Gründen die Reise nicht schaffen könnten. Weiter schrieb der „Spiegel“, in Afghanistan könnten zunächst höchstens vier Maschinen eingesetzt werden. Ein Ministeriumssprecher sagte dazu lediglich, die Tornados gälten als sehr zuverlässig.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte der „Welt am Sonntag“, zwar seien die Flugzeuge grundsätzlich in der Lage, auch Kampfeinsätze zu fliegen. Sie sollten aber nur zur Aufklärung eingesetzt werden. Auf einen Zeitrahmen für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan wollte sich Jung nicht festlegen. Er verwies lediglich darauf, dass 2006 für den Einsatz eine Dauer von fünf Jahren angenommen worden sei.

Der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck verteidigte den Einsatz indes erneut gegen Kritik. „Das ist richtig und wichtig“, sagte Beck am Sonntag bei einem Besuch im nordafghanischen Kundus, wo er den Bundeswehrstützpunkt besichtigte und sich über den zivil- militärischen Aufbau des Landes informierte.

Beck räumte ein, dass die Sicherheitslage in Afghanistan nach wie vor kritisch sei. „Hier darf man nie sorgenfrei sein“, sagte er. „Aber man hat auch den Eindruck, dass seitens der Polizei und der Streitkräfte das Notwendige und Mögliche getan wird.“ Die Eindrücke, die er bei seiner mehrtägigen Reise in Afghanistan gewonnen habe, seien für ihn sehr wichtig - auch im Hinblick auf die politische Entscheidung im Herbst für eine Verlängerung des deutschen Einsatzes dort. „Das, was man hier erlebt, ist die Erfüllung der Mission, wie wir sie uns vorgenommen haben.“

Der Bundestag hatte am 9. März mit breiter Mehrheit die Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes beschlossen. Demnach sollen sechs Tornado-Aufklärungsflugzeuge und bis zu 500 zusätzliche deutsche Soldaten nach Afghanistan entsandt werden. Die Jets sollen auf Anforderung der Nato Aufklärungsfotos aus ganz Afghanistan liefern und damit den Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban unterstützen.

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