0 Bewertungen
25.12.2005 
Wenn Staatsdiener ausscheiden

Papier spricht sich gegen Politiker-Kodex aus

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat sich gegen einen Ehrenkodex für ausscheidende Politiker ausgesprochen.

HB BERLIN. „Es gibt ungeschriebene Standards, die durch Sitte, Moral und Ethik gesetzt sind“, sagte Papier der „Leipziger Volkszeitung (Dienstagausgabe) vor dem Hintergrund des umstrittenen Engagements von Alt-Kanzler Gerhard Schröder in dem russisch-deutschen Pipelineprojekt.

„Träger höchster Staatsämter sind nicht von einem auf den anderen Tag in der persönlichen Gestaltung ihres Lebens völlig frei. Sie nehmen einen Amtsbonus, aber auch eine moralische Verpflichtung mit hinüber in den Ruhestand“, fügte Papier in der „Bild am Sonntag“ hinzu. „Ich halte es für unerlässlich, dass sie sich zu jeder Zeit der Würde ihres Amtes entsprechend verhalten. Das gilt für Bundespräsidenten wie für Bundeskanzler.“

Zugleich wandte sich Papier gegen Bestrebungen, die Entscheidung über Diäten und Ruhestandsbezüge aus der Verantwortung der Abgeordneten auf unabhängige Dritte zu übergeben. „Es ist verfassungsrechtlich nicht unproblematisch, wenn sich die Parlamentarier in diesen Fragen in die Verantwortung eines externen Gremiums begäben“, sagte Papier der Zeitung. Er verwies auf die Verfassungslage: „Nach unserer Verfassung beschließt das Parlament die Gesetz, die die Entschädigungen sowie die Ruhestandsbezüge der Abgeordneten regeln.“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Obamas Kabinett nimmt Gestalt an

    Die Milliardärin Penny Pritzker aus Chicago soll nach US-Medienberichten Wirtschaftsministerin in der Regierung des designierten Präsidenten Barack Obama werden. Mit dieser Personalie nimmt die Regierungsmannschaft zwei Wochen nach der US-Wahl allmählich Gestalt an.Bildergalerie 

  • Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlos...

    Was auf dem Weltfinanzgipfel beschlossen wurde

    Auf dem Weltfinanzgipfel in Washington wollten die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Was beschlossen...Bildergalerie 

  • Was führende Köpfe vom Finanzgipfel e...

    Was führende Köpfe vom Finanzgipfel erwarten

    Nichts Geringeres als eine neue Weltfinanzordnung wollen die 20 Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte am Wochenende in Washington aus der Taufe heben. Was Politiker, Konzernchefs, Ökonomen und andere führende Köpfe aus der Finanzwelt vom Weltfinanzg...Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kein Ausweg aus der Finanzkrise in Sicht  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Hermann-Josef Knipper

Der letzte Tag der „Euro Finance Week“ in Frankfurt hat das ganze Drama der Macht- und Ratlosigkeit der Finanzbranche deutlich gemacht. Nach der harschen Kritik von Bundespräsident Horst Köhler, der nicht weniger als ein neues Weltfinanzsystem gefordert und viele Schuldige benannt hatte, mühten sich Banker, Ökonomen und Notenbanker um Auswege aus der Krise. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Deutscher Bauernstaat  Artikel in Merkliste

21.11.2008 von Helmut Hauschild

Die Bundesregierung tut sich mit ihrer Agrarpolitik als Industriestaat keinen Gefallen. Kommentar