Papst-Rede im Bundestag
Zollitsch fordert Anwesenheit von Abgeordneten

Anlässlich der Rede von Papst Benedikt XVI. im Bundestag fordert Robert Zollitsch von den Abgeordneten Anwesenheit. Hier beweise sich die demokratische Grundeinstellung, erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz.
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Freiburg/MünchenDer Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, verlangt von den Bundestagsabgeordneten Anwesenheit bei der Rede von Papst Benedikt XVI. im Reichstagsgebäude. „Die demokratische Grundeinstellung unserer Abgeordneten wird sich an deren Präsenz im Bundestag während der Rede zeigen“, sagte der Freiburger Erzbischof dem Nachrichtenmagazin „Focus“. „Es würde für sich sprechen, wenn jemand aus Protest dieser für unser Land historischen Stunde fernbliebe.“

Von der Rede des Papstes wird nach Einschätzung Zollitschs ein „für unser Land orientierendes und positives Signal“ ausgehen. Der Erzbischof zeigte sich „dankbar“ dafür, dass der Ältestenrat des Bundestags mit klarer Mehrheit der Rede zugestimmt habe. Zur Kritik einiger Abgeordneter sagte er: „Man kann alles kritisieren. Für manche Abgeordnete gehört das offensichtlich zum politischen Alltagsgeschäft.“

Benedikt XVI. besucht vom 22. bis 25. September Berlin, Erfurt und Freiburg. Trotz angekündigter Proteste in Berlin erwartet Zollitsch eine gute Stimmung bei der Papstreise. „Ich bin sehr sicher, dass sich die Menschen, denen der Papst begegnet, freuen und dass sie auch jubeln werden - gerade in Berlin. Und erst recht in Erfurt“, sagte er und fügte hinzu: „Ich hege keinen Zweifel: Gerade in Ostdeutschland wissen die Menschen zu schätzen, dass der Papst sie besucht, dass er ihnen Beitrag für die Wiedervereinigung zu würdigen weiß und Impulse für den Weg in die Zukunft geben wird.“

Benedikt XVI. werde in Deutschland eine Botschaft formulieren, die weit über die katholische Kirche hinausreiche. „Er weiß um die Herausforderungen in seinem Heimatland.“ Der Papst komme zu den Menschen in Deutschland: „Zu Katholiken und anderen Christen, zu Juden und Muslimen, und er wird sich auch an jene wenden, die keiner Religion angehören oder nicht an Gott glauben.“

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Papst-Rede im Bundestag: Zollitsch fordert Anwesenheit von Abgeordneten"

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  • Ein Vertreter der letzten absolutistischen Institution erdreistet sich die demokratische Gesinnung von Abgeordneten anzuzweifeln, welche sich nicht die Rede eines senilen Knackers im Bundestag anhören wollen. Wohlgemerkt eines Mannes, der sich selber als unfehlbar von Gottes Gnaden bezeichnet und persönlich Jahrzehnte lang Kindesmissbrauchsfälle in der kath. vertuscht hat und persönlich dafür gesorgt hat, dass AIDS-Prävention in Afrika unterbleibt und somit faktisch ein Massenmörder ist. Außerdem hat er als Großinquisitor Jahrzehnte lang alle andersdenkenden verfolgt und mit Berufsverboten belegt!

    So jemand soll vor einem demokratischen Parlament reden dürfen??? Warum nicht gleich Gaddafi einladen?

  • Was wäre eigentlich, wenn der Papst statt schöner Worte sich im Bundestag einmal die Meinung kritischer Abgeordneter anhört, die repräsentativ als VertreterInnen des deutschen Volkes sich äußern?
    Wisiki

  • ....fordert Robert Zollitsch von den Abgeordneten Anwesenheit. Hier beweise sich die demokratische Grundeinstellung, erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz....

    Was für eine lächerliche Aussage von Zollitsch. Richtig ist vielmehr: Dass dieses Fossil der autoritäten Geheimpolitik im Bundestag sprechen darf, ist ein Skandal für eine Demokratie.

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