Papst-Satire
MTV strahlt nur eine „Popetown“-Folge aus

Angesichts der wochenlangen Kritik an der MTV-Papstsatire „Popetown“ wird der Musiksender zunächst nur eine Folge ausstrahlen. So richtig nachvollziehbar ist die Entscheidung nicht - hat der Sender doch für die ersten drei Folgen einen Persilschein erhalten.

HB BERLIN. Man werde die Reaktionen berücksichtigen und dann über die Ausstrahlung weiterer Episoden entscheiden, teilte MTV am Mittwoch in Berlin mit. Die Folge am 3. Mai soll im Rahmen einer Diskussionsrunde gesendet werden. Daran werden der Mitteilung zufolge Vertreter kirchlicher Organisationen, der Politik, der Medien, der Kulturszene und Zuschauer teilnehmen.

Wie der Sender weiter mitteilte, hat MTV eine von der Erzdiözese München geforderte Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet. Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen habe inzwischen bestätigt, dass die ersten drei Episoden rechtlich unbedenklich seien.

In einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte MTV-Programmdirektor Elmar Giglinger, dass die Schärfe aus der Diskussion genommen werden solle. Wenn Kritiker die Sendung sähen, gehe es dann nur noch um die Frage: „Ist das jetzt eine tolle Satire oder ist es eher pubertärer Humor?“ „Popetown“ sei nicht beleidigend und schon gar nicht blasphemisch, sagte Giglinger. Nach seinem Wunsch sollen Vertreter der katholischen Kirche und der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber über die Sendung diskutieren. Beide hatten den Sender scharf kritisiert.

„Wir sind MTV. Wir polarisieren gerne, wir provozieren gerne, wir kratzen auch gerne mal an Tabus. Das sind Kernwerte unserer Marke.“ Giglinger räumt ein, dass er überrascht gewesen sei über das Ausmaß und die Lautstärke, in der die Debatte geführt wird.

Vor allem bei Katholiken in Deutschland hatte die geplante Ausstrahlung der Papst-Satire für Empörung gesorgt. Der Cartoon ist eine Produktion der englischen Rundfunkgesellschaft BBC. Darin werden die fiktiven Erlebnisse von Pater Nicholas im Vatikanstaat beschrieben. In Großbritannien hatten die Proteste dafür gesorgt, dass die Serie nicht ausgestrahlt wurde, wohl aber als DVD in den Handel kam.

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