Partei-Chef Bernd Lucke: „Die AfD braucht keine Flügel“

Partei-Chef Bernd Lucke
„Die AfD braucht keine Flügel“

Innerhalb der AfD gibt es erneut Streit: Nachdem die Landesvorsitzenden von Thüringen und Sachsen-Anhalt die AfD-Flügelkämpfe beklagt und Kritik an der Parteipolitik geübt haben, wehrt sich AfD-Chef Bernd Lucke jetzt.
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Berlin/ErfurtAfD-Chef Bernd Lucke hat sich gegen die sogenannte Erfurter Resolution des Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke gestellt. „Die AfD braucht keine Flügel, denn Flügel führen zu Flügelkämpfen“, sagte Lucke am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Partei habe klar formulierte politische Ziele, die von der großen Mehrheit der Mitglieder getragen würden. „Eine andere AfD wird es nicht geben“, betonte der Bundesvorsitzende. Höcke und der AfD-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, hatten am Wochenende eine „Resolution“ veröffentlicht, in der sie die Anpassung der AfD an den „etablierten Politikbetrieb“ beklagen.

Sie kritisieren unter anderem, die Partei habe sich von bürgerlichen Protestbewegungen wie Pegida „ferngehalten und in vorauseilendem Gehorsam sogar distanziert“. Höcke sagte am Montag der dpa in Erfurt, Intention der Resolution sei es, Flügelkämpfe zu überwinden.

Nach seiner Einschätzung hat Lucke das Papier falsch verstanden: „Vielleicht muss er sich das dann nochmal durchlesen.“ Die Thüringer Landtagsfraktion trägt Höckes Vorstoß nicht geschlossen mit. Zunächst unterzeichneten nur fünf der elf Fraktionsmitglieder die Resolution.

Wie aus Fraktionskreisen verlautete, wurden einige AfD-Parlamentarier nicht vorab über den Vorstoß informiert – sie hätten auch kein Interesse daran, Höcke in der Sache zu unterstützen. Einige AfD-Abgeordnete betrachteten seinen Kurs mit „Argwohn“, hieß es weiter. Mit Provokationen und grobem Verhalten werde die Partei langfristig keinen politischen Erfolg haben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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