Partei im Umbruch

Gibt es die AfD bald doppelt?

Frauke Petry führt nun die AfD, Bernd Lucke nimmt seinen Hut. Was bleibt nun übrig von der Partei? Wird es bald zwei Mini-Parteien geben? Die FDP will jedenfalls kein Auffanglager für frustrierte AfD-Mitglieder werden.
Update: 09.07.2015 - 12:13 Uhr 53 Kommentare

„Ich habe zu spät erkannt, dass wir zur Wut- und Protestpartei wurden“

Bernd Lucke verlässt die AfD. Es ist ein schmerzvoller Abschied, wie er selbst sagt. In einer Erklärung, in der er sein Ausscheiden aus der von ihm selbst gegründeten Partei begründet, schreibt er, es falle ihm „unendlich schwer“. Sicher, Lucke geht auch, weil sie ihn nicht gewählt haben, die mehr als 3000 Parteimitglieder, die am vergangenen Samstag in der überhitzten Essener Gruga-Halle saßen. Doch er hat sich auch nicht hergeben wollen für den rechtspopulistischen Kurs, der auf dem Parteitag die Diskussion bestimmte.

Er lässt jedoch weiterhin offen, ob er eine neue Partei gründet. Er wolle den Schritt „nicht übers Knie brechen“ sagte Lucke am Donnerstag dem Sender MDR-Info. „Zur Zeit treten die Mitglieder scharenweise aus der AfD aus. Je stärker dieser Exodus ist, desto wahrscheinlicher wird die Gründung einer neuen Partei.“

Nach Luckes Rückzug verlassen weitere Mitglieder die Alternative für Deutschland. Eine Gruppe von AfD-Mitgliedern aus dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf erklärte am Donnerstag den Bruch mit der Partei. In einer Erklärung hieß es: „Die AfD ist nicht mehr die Partei, für die wir uns begeistert und eingesetzt haben.“ Man hoffe auf einen Neuanfang gemeinsam mit Lucke außerhalb der Alternative für Deutschland.

Auch mehrere Unternehmer gaben ihren Rückzug aus der 2013 gegründeten Partei bekannt. Nach Informationen der „WirtschaftsWoche“ wollen unter anderem der Gründer der auf Außenwerbung spezialisierten Wall AG, Hans Wall, und der Aufsichtsratschef der Nanofocus AG aus Oberhausen, Hans Hermann Schreier, die Partei verlassen.

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland erwartet kurzfristige Rückschläge. „Es wird eine Delle, es wird einen gewissen Einbruch geben bei den Wahlen“, sagte Gauland am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Aber es hat auch einen Vorteil: Dass die Partei jetzt sozusagen geschlossener auftritt. Und von daher kann es auch sehr positive Effekte haben.“ Im kommenden Jahr stehen Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an.

Die FDP sieht die Spaltung der AfD kritisch. Öffentlich reibt sich Parteichef Christian Lindner nicht die Hände ob der Aussicht auf einen Schwung neuer Mitglieder. Via Twitter teilt Lindner mit: „#FDP nimmt Ex-#AfD'ler idR nicht auf. Auch Lucke-Lager passt nicht zu uns. Wollen: liberale Überzeugungstäter, keine Mitläufer.“

Man werde genau hinschauen, schreibt Lindner weiter. Zwar wird im Mitgliedsantrag eine frühere Parteimitgliedschaft nicht abgefragt – doch die Bewerber würden vor einer Aufnahme geprüft.

„Der Austritt ist nur konsequent“
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53 Kommentare zu "Partei im Umbruch: Gibt es die AfD bald doppelt?"

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  • Na dann sprechen Sie mal mit einem Immobilienmakler oder einem Gutachter, der ein Objekt in einem sozialen Brennpunkt oder eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit ausschließlich ausländischen Namen an den Türklingel zu verkaufen. Oder alternativ mit Anwohnern im baden-württembergischen Meßstetten hinsichtlich der Landes-Erstaufnahmestätte. Ankömmlinge, die mit unseren kulturellen Gepflogenheiten nicht vertraut sind, verrichten dort ihre Bedürfnissse in die Vorgärten von Einfamilienhäuser, Flaschen und Müll werden ebenfalls wahllos entsorgt, Grünflächen vor Einkaufsläden belagert, nächtliche Krawalle, Diebstahldelikte und Einbruchserien steigen rapid an.

  • Herr Dannenberg, ich bewege mich zwar auch in denen von Ihnen zitierten Kreisen, teile aber denoch Ihre Ansicht. Um in diesem Geschäft erfolgreich zu sein, gehört auch ein gewisses Maß an Bierzelt-Atmosphäre. Wer damit nicht umgehen kann, dürfte für das "Haifisch-Becken" Politik kaum geeignet sein.

  • @Da ist was verkehrt gelaufen
    Da werden sie nicht ganz unrecht haben, und "mit den Formen die akademische Kreise pflegen", da ist es auch nicht so weit her. Meiner Meinung nach hat gute Lucke Angst um seine akademische Reputation, was man auch immer darunter versteht mag. Er hat leider nicht die Kunst verstanden wie Z.B Gabriel, süffisant austeilen und eben so gut einzustecken.

    "Das Problem des Herrn Lucke bestand wohl darin, dass er sich ungerne in die Niederungen der Politik und deren Umgangsformen begeben hat und diese verwechselte mit den Formen die akademische Kreise pflegen".

  • "Da ist mir ehrlich gesagt das eigene Hemd wichtiger."

    Warum sinkt der Wert einer Immobilie, wenn Ausländer neben Ihnen wohnen? Was machen Ausländer anders als Deutsche und wie heben Deutsche den Wert Ihrer Immobilie?

  • Da werden sie nicht ganz unrecht haben, und "mit den Formen die akademische Kreise pflegen", da ist es auch nicht so weit her. Meiner Meinung nach hat gute Lucke Angst um seine akademische Reputation, was man auch immer darunter versteht mag. Er hat leider nicht die Kunst verstanden wie Z.B Gabriel, süffisant austeilen und eben so gut einzustecken.

    "Das Problem des Herrn Lucke bestand wohl darin, dass er sich ungerne in die Niederungen der Politik und deren Umgangsformen begeben hat und diese verwechselte mit den Formen die akademische Kreise pflegen".

  • "Freital" wird über kurz oder lang überall sein. Unbeschadet dessen würde ich bei solchen Vorhaben in meiner unmittelbaren Nachbarschaft ebenfalls meinen Unmut bekunden. Unbeachtet des Aspektes der inneren Sicherheit wirkt sich eine solch veränderte Wohnlage auch auf den Wert der eigenen Immobilie aus. Daran schon mal gedacht. Da ist mir ehrlich gesagt das eigene Hemd wichtiger.

  • "Diesen urdemokratischen Satz , scheint Herr Albers noch nie gehört geschweige denn beherzigt zu haben"

    Sie haben allerdings nicht verstanden, dass der Satz nicht bedeutet, dass ich alles gut finden und hinnehmen muss, was jemand fordert. Dagegen darf ich mich wehren. Ich verbiete Ihnen nicht den Mund, aber meine Meinung über Ihre politische Haltung werde ich äußern, wenn ich möchte.



  • "Er scheint noch niemals davon gehört zu haben, dass in einer Demokratie eine starke Oppostition lebensnotwendig ist , egal wer gerade die Regierung stellt."

    Klar braucht man auch Opposition. Es ist mir und allen vernünftig denkenden nur nicht egal, wie diese Opposition aussieht. Opposition kann von links wie von rechts kommen, aber auch aus der selben Ecke oder gar innerparteilich. Auch APO ist bekanntlich "Opposition".

    Opposition kann hilfreich sein, extreme und dumme Entscheidungen zu vermeiden, aber wenn die Oppostion selbst bereits Extrem und dämlich ist, ist diese nicht zu gebrauchen, sondern eben "wenig nützlich".

  • Schon die Wortwahl des Herrn Albers , mit denen er eine pol.Opposition belegt zeigt, dass Herr Albers von Demokratie wenig versteht.

    Den Satz.Iich lehne alles ab was du poltisch forderst, aber ich werde immer dafür kämpfen, dass du sagen kannst , was du willst"

    Diesen urdemokratischen Satz , scheint Herr Albers noch nie gehört geschweige denn beherzigt zu haben

  • "Wenn die AfD davon nur die Hälfte erreicht wird es lustig werden für die Altparteien."

    Das Problem ist hier wieder, dass eine möchtegern wirtschaftliberale Partei wohl nicht gleichzeitig soziale Wohltaten über das Land gießen kann und gleichzeitig "neoliberal" sein kann.

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