HB ERFURT. Die CDU-Fraktionsvorsitzenden aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen fordern mehr Einfluss für den konservativen Flügel der Partei. Darauf müsse bei der Wahl des CDU - Bundesvorstandes im Herbst geachtet werden, sagte Christean Wagner aus Hessen am Donnerstag in Erfurt. Nur mit einem konservativen Profil könne die Partei weiterhin mit einer Wählerzustimmung von 40 Prozent plus X rechnen, erklärten Christian Baldauf aus Rheinland- Pfalz und Mike Mohring aus Thüringen übereinstimmend.
Mit der Anbiederung an die Wähler der SPD und der Grünen habe die CDU in den vergangenen Jahren viele Stammwähler vergrault, sagte Wagner. "Wer sich grün macht, den fressen die Ziegen." Die Union müsse die Kraft haben, ihre Überzeugungen auch gegen Meinungsmehrheiten durchzusetzen. "Wir können nicht immer so entscheiden, wie es die Meinungsumfragen gerade hergeben." Als Beispiel nannte er die Atomkraft.
Für Baldauf muss die CDU stärker ihre bürgerliche Klientel in den Blick nehmen. Ihre Probleme müsse die Politik in erster Linie lösen, dann erst Migrationsfragen. Auch mit der Konsolidierung der Haushalte könne die Union Punkte sammeln. Mohring forderte ein klareres Profil in der Bildungspolitik. Die Union müsse der von den Sozialdemokraten favorisierten Gemeinschaftsschule ein Modell entgegensetzen.