Partei verkauft Gold
AfD setzt auf „Unvergänglichkeit“

Die AfD ist erfolgreich, aber knapp bei Kasse. Damit ihr das nicht zum Verhängnis wird, versucht sie ihre Finanzen aufzubessern - mit einer skurrilen Idee. Sie vertickt nostalgische Goldmünzen. Kann das funktionieren?
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BerlinAls der Schatzmeister der Alternative für Deutschland (AfD), Piet Leidreiter, im Sommer die Idee ersann, in den Goldhandel einzusteigen, um der Partei damit eine neue Einnahmequelle zu eröffnen, war die Aufregung groß. Nachdem die Überlegungen durch eine Indiskretion vorzeitig bekannt wurden, brach unter den Mitgliedern eine Diskussion darüber los, was der Bundesvorstand denn hier eigentlich treibe und ob möglicherweise durch spekulative Ankäufe von Edelmetall die Beiträge von Parteigängern aufs Spiel gesetzt würden.

Inzwischen ist der Rauch verflogen, wohl auch, weil die Parteibasis verstanden hat, warum Leidreiter so sehr auf eine Verbesserung der Finanzsituation dringt. Der Grund ist das Parteiengesetz. Dieses schreibt vor, dass die „staatliche Teilfinanzierung“, mit der Wahlkämpfe gefördert werden sollen, gedeckelt sind – und zwar auf jenen Betrag, den die jeweilige Partei selbst erwirtschaftet hat.

Weil die AfD kürzlich bei den Bundestags- und den Europawahlen 4,7 und 7,1 Prozent der Stimmen erhalten hat, stehen ihr nun eigentlich fünf Millionen Euro zu. In die Parteikasse sind aber aus eigenen Mitteln bislang nur drei Millionen Euro geflossen. Hierzu zählen neben Mitgliedsbeiträgen und Spenden auch Einnahmen aus unternehmerischer Tätigkeit. Und diese fänden sich bei den etablierten Parteien ebenfalls in vielfältiger Weise, wie der Vorstand seinen Mitgliedern schrieb.

Allerdings fällt es der AfD bislang schwer mit den Etablierten gleichzuziehen. Das liegt auch daran, dass die Partei noch sehr jung ist. Im Gegensatz zu den anderen Parteien verfüge man weder über Vermögen, Immobilien, Betriebe oder Beteiligungen an Dienstleistern noch über beträchtliche Zahlungen von Mandatsträgern und Regierungsmitgliedern, erklärt die AfD auf ihrer Webseite. Die AfD suche daher neue Wege, um mit Hilfe der Bürger und durch eigene wirtschaftliche Betätigung bis zum Jahresende 2014 ihre Einnahmen zu erhöhen. Eines der Instrumente hierfür sei die Nutzung des Goldhandels.

Die AfD hat eigens dafür auf ihrer Webseite einen „Gold-Shop“ eingerichtet. Dort werden der kanadische Maple Leaf, der Wiener Philharmoniker, der Krügerrand, das australische Känguru und Ein-D-Mark-Goldmünzen feilgeboten. Darüber hinaus Goldbarren in verschiedenen Gewichtsklassen. AfD-Schatzmeister Leidreiter erhofft sich vom Verkauf des Edelmetalls bis Ende des Jahres einen Umsatz von zwei Millionen Euro, wie er dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) nach Bekanntwerden seiner Pläne sagte.

Ob das gelingen kann? Das Vorhaben der AfD ist ambitioniert. Die Partei wirbt zwar mit dem Spruch „AfD ist Gold wert. Legen Sie es darauf an – Gold ist unvergänglich!“, allerdings ist Gold längst nicht mehr so gefragt, wie es das als Krisenmetall noch vor einiger Zeit war.

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Erfolgsaussichten für Goldhandel unsicher

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  • "Und ist der Handel noch so klein, bringt er stets mehr als Arbeit ein", sagt man in der Hansestadt Hamburg unter Kaufleuten.

    Mit Goldhandel kann man kaum etwas falsch machen, weil man i.d.R. nur vermittelt. Selbst unter Risiko ist kaum etwas zu verlieren, denn es geht um Substanz, deren Wert zwar schwankt, jedoch kaum je gen Null verfällt.

    Jeder benötigt zumindest ein wenig Gold bei seiner Vermögensanlage. Warum also sollte er es nicht in Münzenform (umsatzsteuerfrei)bei der bisher einzig seriösen Partei in Deutschland beziehen?

    Anstelle zweifelhafter Banken oder Händler findet ein gutes Werk damit Unterstützung, nämlich die AfD.

  • Das hat die AFD im Shop doch offen geschrieben, dass sie nicht die billigsten sind, sondern es in erster Linie um Unterstützung der Partei geht! Liebe Grüße an die Anti-AFD-Kampagnengruppe im HB, huhu.

  • Zu teuer!
    1/10 Oz Krügerrand für 112 Euro. Billigster Anbieter 106 Euro. Damit ist der AfD-Goldshop 6 Euro oder 5,6% teurer als der billigste Anbieter.
    Goldmark gibt es im AfD-Goldshop für 485 Euro, beim billigsten Anbieter für 450 Euro. Hier ist der AfD-Shop 35 Euro oder 7,7% teurer.
    Älteste Kaufmannsregel: Im Einkauf liegt der Gewinn!

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