Parteichef Konrad Adam
AfD rechtfertigt Pegida-Proteste mit Sydney-Terror

Die Alternative für Deutschland zieht das Geiseldrama von Sydney als Rechtfertigung für die Pegida-Demonstrationen heran. Die SPD spricht von einer unglaublichen Entgleisung, die Linke von verbaler Brandstiftung.
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BerlinDie Alternative für Deutschland (AfD) fühlt sich durch die Geiselnahme von Sydney in ihrer Forderung nach weiteren Einwanderungsbeschränkungen bestätigt. Gleichzeitig führt sie die Tat des aus dem Iran stammenden Einzeltäters als Rechtfertigung für die umstrittenen Demonstrationen der „Pegida“ (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden an.

Konrad Adam, der dem dreiköpfigen Führungsgremium der Partei angehört, erklärte am Dienstag, trotz strikter Einwanderungsregeln sei es einem fanatischen Islamisten gelungen, nach Australien zu gelangen. Adam sagte: „Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen – ein Einzelner genügt.“

Dennoch glaubten deutsche Spitzenpolitiker, die Teilnehmer der „Pegida“-Demonstrationen mit Hinweis auf den niedrigen Migranten-Anteil in Sachsen lächerlich machen zu können, kritisierte Adam. „Damit beweisen sie aber nur, dass sie nicht begriffen haben, um was es geht“, fügte er hinzu.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner kritisierte die Äußerungen Adams als „ungeheuerliche Entgleisung“. „Die AfD zeigt mal wieder ihren wahren ausländerfeindlichen Charakter. Einen Verbrecher in Australien heranzuziehen, um die fremdenfeindlichen Demonstrationen in Dresden zu rechtfertigen, ist infam“, sagte Stegner. Wer so denke wie die AfD, „bereitet den Weg für Ausländerhatz und brennende Flüchtlingsheime“, meinte er.

Mit scharfer Kritik reagierte auch der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger. „Solche Äußerungen sind nichts anderes als verbale Brandstiftung. Herr Adam Predigt den Hass, mit dem rechte Gewalttäter ihre Brandflaschen entzünden“, sagte Riexinger dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Eine Partei, die Hass auf Zuwanderer und Flüchtlinge predige, sei eine „Schande für Deutschland“, fügte der Linkenchef hinzu. „Die AfD entwickelt sich immer mehr zum legalen Arm der braunen Hassbanden. Es ist erschütternd, mit welcher Offenheit hier im braunen Sumpf gefischt wird.“

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AfD uneins über „Pegida“-Unterstützung

Kommentare zu " Parteichef Konrad Adam: AfD rechtfertigt Pegida-Proteste mit Sydney-Terror"

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  • Frau Merker
    Schade.
    Es gibt bei uns auch andere als Henkel
    Bei uns erleben Sie genau die gut gebildete Schicht, die früher mal CDU-Anhänger oder Mitglieder waren

  • Was soll denn diese blöde Aussage von diesem linken Stegner?
    Oder geht der Politik der arsch auf Grundeis und zwar so sehr, dass sie nur noch mit Beschimpfungen reageiren?

  • Es beginnt in Hamburg so langsam der Wahlkampf. Die AfD-Hamburg legt in der Wählergunst zu! In der aktuellen MaFo Umfrage vom 15.12.2014 erreicht die AfD eine Zustimmung von 6%.

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