Parteien halten sich alle Optionen offen
In Hamburg beginnt der Wahlkampf

Zwischen den beiden großen Parteien zeichnet sich in Hamburg nach dem Bruch der Regierungskoalition in der Hansestadt ein harter Wahlkampf ab. Vertreter von CDU und SPD erklärten, sie wollten stärkste Partei werden und den Bürgermeister stellen. Beide Parteien gehen ohne Koalitionsaussage um Wähler werben.

HB HAMBURG. In Umfragen liegt die CDU bei rund 40 Prozent, die SPD bei 35. Die Hamburger wählen voraussichtlich am 29. Februar 2004 ein neues Parlament, die Bürgerschaft.

Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hatte am Dienstag aus den fortgesetzten politischen Ausfällen des Parteigründers und Ex- Innensenators Ronald Schill die Konsequenzen gezogen und die Neuwahl angekündigt. Das bedeutete das Ende der Koalition aus CDU, Schill- Partei und FDP nach gut zwei Jahren. Am Mittwoch berieten die Fraktionen und Parteien in der Hansestadt das weitere Vorgehen auf dem Weg zu einer Neuwahl.

Die CDU werde die erfolgreiche Arbeit von Senat und Bürgermeister Ole von Beust als „Zugpferd“ in den Mittelpunkt der Kampagne stellen, sagte der Vorsitzende der Bürgerschaftsfraktion, Michael Freytag, am Mittwoch. „Wir setzen auf Sieg und wollen mit Beust Nummer eins werden.“

SPD-Spitzenkandidat Thomas Mirow absolvierte im Stadtteil Billstedt seinen ersten Wahlkampftermin. Die ersten Wahlplakate mit dem Slogan „Thomas Mirow - Klarheit und Wahrheit!“ sollen in den kommenden Tagen aufgestellt werden, kündigte der Herausforderer an. „Wir gehen jetzt nicht in den Wahlkampf, um Juniorpartner der CDU zu werden.“ Mirow will im Januar ein Wahlkampfteam vorstellen.

Grüne setzen auf rot-grüne Koalition

Die Grünen setzen nach den Worten ihrer Fraktionsvorsitzenden und designierten Spitzenkandidatin Christa Goetsch auf eine neue Auflage der rot-grünen Koalition, die vor zwei Jahren abgewählt wurde. Ein Zusammengehen mit der CDU könne sie zwar nicht ausschließen, aber solche Überlegungen seien eher theoretischer Natur. Die Grün- Alternative Liste (GAL) wird in den Umfragen mit rund 13 Prozent gehandelt. Die FDP liegt bei etwa 3 Prozent.

Unklar blieb am Mittwoch zunächst Schills künftige Strategie. Der Hamburger Politikwissenschaftler Michael Greven schätzt Schills Wählerpotenzial auf rund fünf Prozent. Bis zum voraussichtlichen Wahltermin reicht die Zeit nicht aus, eine neue Partei zu gründen und mit ihr anzutreten. Sollte Schill sich in seiner Partei Rechtsstaatlicher Offensive durchsetzen und selbst als Spitzenkandidat antreten, so will keine der anderen Parteien mit ihm koalieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%