Parteienforscher
„FDP läuft dem Zeitgeist hinterher“

Die Liberalen würden vom Wähler wegen Opportunismus abgestraft, glaubt Manfred Güllner. Er rät allen Parteien davon ab, den Bürgern nach dem Munde zu reden und bescheinigt der FDP einen „einmaligen Niedergang“.
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DüsseldorfDie Hoffnung der FDP, mit einem euro-skeptischen Kurs, ihre Wähler zurückzugewinnen, wird sich nicht erfüllen. "Generell haben Europa und der Euro die Parteipräferenzen und letztlich das Wahlverhalten noch nie beeinflusst. Trotz aller Euro-Skepsis und abnehmender Akzeptanz der Maßnahmen zur Rettung der europäischen Währung wird sich daran auch aktuell nichts ändern", schreibt Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Handelsblatt.

Güllner warnt die Liberalen davor, dem Zeitgeist hinterherzulaufen. "Wer glaubt, Politik an Mehrheitsmeinungen (und noch fataler: an vermeintlichen Mehrheitsmeinungen) ausrichten zu müssen, wird dafür vom Wähler in aller Regel nicht belohnt, sondern wegen opportunistischen Verhaltens abgestraft." Der Niedergang der Liberalen sei in der Bundesrepublik einmalig. Noch nie habe es in der Wahlgeschichte einen derart dramatischen Vertrauenseinbruch für die kleinere Regierungspartei gegeben.

Güllner rät allen Parteien davon ab, den Bürgern nach dem Munde zu reden: "Nicht nur die FDP, auch die anderen Parteien wären gut beraten, wenn sie auch bei den anstehenden Entscheidungen in der Euro- und Finanzkrise nicht nach Mehrheitsmeinungen schielen würden, sondern nach sorgfältiger Abwägung die Lösungen wählen, die sie für richtig und geboten halten." schreibt der Meinungsforscher.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

Kommentare zu " Parteienforscher: „FDP läuft dem Zeitgeist hinterher“"

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  • ...sorry ich meinte FDP..zu viel IT schadet :)

  • ...gerade wird Chatzimarkakis von einem griechischen Radiosender (RealFM) interviewed (das ist das zweite Interview heute) und erzählt, dass er sich 'als Europäer sich über die FTP-Niederlage freut'. Und dazu erklärt, dass die FTP-Niederlage zeigt, dass die Deutschen Europa-kritische Stimmen nicht wählen! Ehrlich gesagt, wenn die FTP den Mann immer noch in ihren Reihen duldet, wird nicht an Glaubwürdigkeit.
    @HB Redaktion, vielleicht nicht zu dem Thema passend, einfach zu Information. Ich spreche fliessend griechisch, und ich ärgere mich, wenn die griechische Presse NUR den Chatzimarkakis zu diesem Thema befragt!


  • ....ich weiß nicht wie es anderen Lesern geht?...aber ich
    frage mich,-"von wem wurde denn der Herr Meinungsforscher
    Güllner bestochen"...

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